
Travel And Tour World berichtete am 5. April, dass amerikanische Besucher in Hongkong nach den im März vorgenommenen Änderungen der Safeguarding National Security Ordinance der Stadt mit neuen rechtlichen Risiken konfrontiert sind. Die überarbeiteten Vorschriften befähigen Polizei- und Einwanderungsbeamte, jede Person – einschließlich Transitpassagiere – dazu zu zwingen, elektronische Geräte zu entsperren und Passwörter preiszugeben. Eine Weigerung kann mit bis zu 12 Monaten Haft und Geldstrafen von bis zu 100.000 HK$ geahndet werden. Das US-Konsulat hat seine Reisehinweise aktualisiert und rät Bürgern, nur unbedingt notwendige Geräte mitzunehmen sowie sensible Daten vor der Abreise zu sichern oder zu verschlüsseln. Teams für Geschäftsreisen überarbeiten derzeit die Reiserichtlinien: Mehrere multinationale Banken empfehlen ihren Mitarbeitern, mit „sauberen“ Laptops ohne Kundendaten zu reisen und innerhalb des Netzwerks von Hongkong auf cloudbasierte virtuelle Desktop-Umgebungen zuzugreifen. Datenschützer warnen, dass die Befugnisse weiter reichen als vergleichbare Regelungen an US- und australischen Grenzen, da sie für jeden gelten, der „vermutlich ein Passwort kennt“ – womit auch Kollegen, Familienmitglieder oder Dolmetscher betroffen sein könnten. Unternehmen, die personenbezogene Daten aus der EU verarbeiten, müssen zudem prüfen, ob die erzwungene Offenlegung Meldepflichten nach der DSGVO auslöst. Einwanderungsanwälte empfehlen, alle Passwortforderungen schriftlich zu dokumentieren und eine Quittung für beschlagnahmte Geräte zu verlangen. Reisende, die weniger als 24 Stunden am Hongkonger Flughafen im Transit sind, sind nicht ausgenommen. Fluggesellschaften haben bereits Betriebsanweisungen herausgegeben, die das Kabinenpersonal daran erinnern, dass persönliche Geräte bei der Ankunft kontrolliert werden können.
Quelle: Travel And Tour World