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Österreich warnt Reisende vor biometrischen Kontrollen: EU-Ein- und Ausreisesystem startet am 10. April

Apr. 7, 2026
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Österreich warnt Reisende vor biometrischen Kontrollen: EU-Ein- und Ausreisesystem startet am 10. April
Die österreichischen Grenzbehörden befinden sich im Endspurt der letzten 72 Stunden, bevor das neue Ein- und Ausreisesystem (EES) der Europäischen Union am 10. April verpflichtend wird. Ab Freitagmorgen werden an allen externen Schengen-Grenzen – darunter die Flughäfen Wien-Schwechat, Salzburg und Innsbruck sowie die Land- und Bahnübergänge des Landes – keine Reisepassstempel mehr gesetzt. Stattdessen werden bei Kurzzeitreisenden aus Nicht-EU-Staaten Fingerabdrücke und Gesichtsaufnahmen erfasst. Damit endet eine sechsmonatige schrittweise Einführung, die am 12. Oktober 2025 begann.

Das Innenministerium und der Flughafen Wien haben die Osterzeit genutzt, um Selbstbedienungskioske auf Herz und Nieren zu prüfen, die Netzverbindungen zur zentralen eu-LISA-Datenbank der EU zu optimieren und hunderte zusätzliche Grenzpolizei-Reservisten zu schulen. Reisende ohne Visumspflicht oder mit Schengen-C-Visum werden zu den neuen Kiosken geleitet, um vier Fingerabdrücke und ein Live-Gesichtsbild zu registrieren. Die Daten werden drei Jahre lang gespeichert und ersetzen die bisherige 90-Tage-in-180-Tage-Regelung, die mit Stempeln im Pass dokumentiert wurde.

Österreichische sowie andere EU-/EWR-Bürger nutzen weiterhin die eGates, können aber dennoch mit Wartezeiten rechnen, da Drittstaatsangehörige den längeren EES-Prozess durchlaufen müssen, bevor sie denselben Ausgangskanal nutzen können. Geschäftsreisende warnen vor Engpässen in der Umstellungsphase vom 10. bis 14. April, wenn die Fluggesellschaften von selektiver auf universelle EES-Compliance umstellen. Im Gegensatz zur Pilotphase dürfen Grenzbeamte die biometrische Erfassung während Stoßzeiten nicht mehr aussetzen.

Österreich warnt Reisende vor biometrischen Kontrollen: EU-Ein- und Ausreisesystem startet am 10. April


Die Airlines am Standort Wien haben daher die Öffnungszeiten der Check-in-Schalter verdoppelt, während der Flughafen Passagiere, die eine EES-Registrierung benötigen, auffordert, sich bis zu 72 Stunden vor Ankunft über die neue offizielle Smartphone-App „Travel to Europe“ voranzumelden. Die App generiert einen QR-Code, der an den österreichischen Kiosken gescannt wird, wodurch die Abfertigungszeit um fast zwei Minuten verkürzt wird und Anschlusszeiten von mindestens 40 Minuten besser eingehalten werden können.

Für Unternehmen bringt das System sowohl Chancen als auch Risiken mit sich. Positiv ist, dass digitale Ausreiseregistrierungen die Nachweise über Auslandsaufenthalte für Entsendemeldungen, Steuerwohnsitze und Sozialversicherungspflichten erleichtern. Andererseits können unbeabsichtigte Überziehungen des Aufenthalts automatische Warnungen auslösen, die zu Schengen-weiten Wiedereinreiseverboten führen können. Mobilitätsmanager raten daher, Bordkarten und Hotelrechnungen aufzubewahren, um bei Datenabweichungen Widerspruch einlegen zu können.

Blickt man weiter voraus, sind österreichische Behörden überzeugt, dass das Land gut auf den Start von ETIAS (der sieben Euro teuren Reisegenehmigung für visumfreie Besucher) Ende 2026 vorbereitet ist, da die aktuell eingesetzte Hardware, Software und Schulungen größtenteils wiederverwendet werden können. Bis dahin sollten Unternehmen mit häufigen Flügen nach Wien, Linz oder Graz mindestens 30 zusätzliche Minuten in ihre Reisepläne einrechnen und die vom Innenministerium veröffentlichten Wartezeit-Dashboards im Auge behalten.
Quelle: Euronews / Vienna Airport / Austrian Interior Ministry

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