
Die Nationale Föderation der Bundespolizisten Brasiliens (Fenapef) hat am 7. April ihren Streik offiziell ausgesetzt, nachdem die Regierung die Provisorische Maßnahme 1.348/2026 erlassen hatte, die in diesem Jahr bis zu 200 Millionen BRL für Operationen und Gesundheitsleistungen freigibt. Der im März genehmigte Streik – ausgelöst durch Verzögerungen bei der Finanzierung des lang erwarteten Funcoc-Fonds für organisierte Kriminalität – drohte die Ausstellung von Pässen, die Besetzung von Grenzkontrollen an Flughäfen und die Genehmigung von Waffenexporten zu verlangsamen. Die Provisorische Maßnahme erweitert die Einnahmequellen des bestehenden Funapol-Betriebsfonds und sieht Einnahmen aus Wetten mit festen Quoten, Vermögensbeschlagnahmungen und Spenden vor. Fenapef erklärt, dass die zusätzlichen Mittel einen „erheblichen Teil“ der Ressourcenprobleme der Beamten abdecken, obwohl Verhandlungen über Karrierefortschritte und Überstundenvergütung weiterhin laufen. Für Reisende besonders wichtig: Die Gewerkschaft bestätigte, dass sie einen „Wachsamkeitszustand“ aufrechterhalten wird, anstatt die Streiks wieder aufzunehmen, während die Haushaltsausführung überwacht wird. Praktisch bedeutet dies, dass die Passschalter bei den Büros der Bundespolizei und an großen Flughäfen wie Guarulhos und Galeão diese Woche wieder normal besetzt sein werden. Während des teilweisen Streiks hatten sich bereits Terminrückstände aufgebaut, in São Paulo betrug die Wartezeit für Erstpassanträge bis zu drei Wochen. Diese Rückstände sollen bis Anfang Mai abgebaut sein, sofern die Finanzierung wie versprochen fließt. Mobilitätsmanager sollten Reisende dennoch dazu anhalten, Dokumentenerneuerungen frühzeitig zu planen und Nachweise für dringende Reisen (Tickets, Auslandseinsatzbescheinigungen) bereitzuhalten, falls vorrangige Termine benötigt werden. Unternehmen, die viele Arbeitserlaubnisverlängerungen über die Einwanderungsabteilung der Bundespolizei abwickeln, können ebenfalls die per Kurier eingereichten Anträge wieder aufnehmen, die während der Unsicherheit über die Servicezeiten pausiert wurden. Analysten weisen darauf hin, dass dieser Vorfall die Fragilität der brasilianischen Reisedokumenteninfrastruktur verdeutlicht: Trotz der Rekordnachfrage nach Pässen – 3,7 Millionen im Jahr 2025 ausgestellt – basieren die Finanzierungsmechanismen weiterhin auf ad-hoc-Präsidentenerlassen. Ein langfristiges Finanzierungsgesetz für Funapol und Funcoc wird nun im zweiten Halbjahr im Kongress erwartet, unterstützt vom Tourismusministerium und Exportlobbygruppen, die künftige Störungen vermeiden wollen.
Quelle: O Cafezinho