
Die deutsche UFO-Gewerkschaft hat für Freitag, den 10. April, einen 22-stündigen Streik des Kabinenpersonals bei Lufthansa angekündigt, der alle Abflüge von Frankfurt und München – den wichtigsten Langstrecken-Drehkreuzen der Airline – betrifft. Die Streikankündigung wurde am 8. April veröffentlicht, nachdem 94 % der Gewerkschaftsmitglieder das Lohnangebot der Fluggesellschaft abgelehnt hatten. Für brasilianische Passagiere ist der Zeitpunkt ungünstig: Lufthansa bedient täglich die Strecke São Paulo–Frankfurt, die über 30 europäische Anschlussverbindungen ermöglicht. Das Unternehmen warnte, dass „die meisten, wenn nicht alle“ Langstreckenflüge in diesem Zeitraum ausfallen werden. Reisende mit LH-Dokumententickets können einmal kostenlos umbuchen oder eine Rückerstattung beantragen. Firmen-Mobilitätsteams sollten umgehend prüfen, ob Mitarbeiter, die zwischen dem 9. und 11. April mit LH 507/506 fliegen, Anschlussflüge verpassen könnten. Alternativen sind LATAM über Madrid, Air France über Paris oder ITA Airways über Rom – allerdings wird die Verfügbarkeit von Sitzplätzen knapp, da Reisebüros eilig versuchen, hochkarätige Kunden umzubuchen. Frachtmanager, die AOG-Teile (Aircraft on Ground) und temperaturgeführte Pharmazeutika über Frankfurts Kühlkettenanlagen transportieren, müssen mit Verzögerungen rechnen und sollten eine Umladung über Amsterdam oder Zürich in Betracht ziehen. Der Streik ist der dritte Arbeitskampf bei Lufthansa im Jahr 2026 und verdeutlicht die anhaltenden Konflikte in Europas Luftfahrtbranche. Deutsche Wirtschaftsverbände fordern daher eine gesetzlich vorgeschriebene Schlichtungsfrist vor Arbeitskämpfen.
Quelle: Terra / Deutsche Welle