
Treffen in Elbląg, Polen, am 10. April 2026: Die CIVEX-Kommission des Europäischen Ausschusses der Regionen warnte vor den sozioökonomischen Folgen der langanhaltenden Grenzschließungen und Sicherheitsmaßnahmen an der EU-Russland-Grenze. Delegierte aus den finnischen Regionen Südkarelien und Kainuu tauschten sich mit Vertretern aus Estland, Lettland, Litauen und Polen über drastisch gesunkene Grenzverkehrszahlen, festgefahrene Infrastrukturprojekte und Arbeitskräftemangel in Logistikzentren aus. Die Redner beschrieben eine „de facto neue Eiserne Grenze“: Der Warenverkehr an den Grenzübergängen Vaalimaa und Niirala ist im Vergleich zu 2019 um mehr als 90 % eingebrochen, während die Studentenaustauschprogramme zwischen den Universitäten Lappeenranta und St. Petersburg auf unbestimmte Zeit ausgesetzt sind. Finnische Kommunalvertreter warnten, dass EU-Kohäsionsmittel für Mobilitätskorridore ungenutzt verfallen könnten, wenn die Vorschriften nicht angepasst werden, um eine Umleitung auf innerstaatliche Verkehrswege zu ermöglichen. Das Seminar beleuchtete zudem hybride Bedrohungsszenarien: Vertreter der finnischen Grenzpolizei berichteten über Versuche, irreguläre Migranten auf schwach besetzte Waldwege zu lenken, sowie über den zunehmenden Einsatz von Drohnen zur Überwachung von Patrouillenrouten – Entwicklungen, die mit Helsinkis jüngstem Antrag auf EU-Finanzierung zur Abwehr von Drohnen zusammenhängen. Zu den Empfehlungen zählen die Einrichtung einer speziellen „Resilienz-Einrichtung für die Ostgrenze“ im nächsten Mehrjährigen Finanzrahmen, die Ausweitung von beschleunigten Arbeitserlaubnissen für Logistikfachkräfte, die in dünn besiedelte Grenzstädte ziehen, sowie die Installation digitaler Visakioske in Binnenbahnhöfen als Ausgleich für die Schließung russischer Konsulate.