
Das finnische Innenministerium bestätigte am 9. April 2026, dass es bei der Europäischen Kommission einen dringenden Antrag auf 35 Millionen Euro zur Kofinanzierung eines landesweiten Netzwerks zur Drohnenerkennung und -störung gestellt hat. Der Antrag, der im Rahmen des EU-Innen-Sicherheitsfonds eingereicht wurde, der auch Maßnahmen der Visapolitik unterstützt, soll 90 % der Kosten für Kauf und Installation an den östlichen Landgrenzen sowie an wichtigen Häfen am Finnischen Meerbusen abdecken. Grenzschutzbeamte betonen, dass die Investition nach zwei Abstürzen unbemannter Luftfahrzeuge in Südostfinnland am 29. März notwendig ist – das zweite bestätigte Fluggerät stammte aus der Ukraine. Obwohl keine Verletzten zu beklagen waren, zeigten die Vorfälle Lücken in der Radarabdeckung entlang der 1.340 Kilometer langen Grenze zu Russland und in der Nähe wichtiger Seewege, die von Passagierfähren und LNG-Tankern genutzt werden. Sollte die Finanzierung diesen Sommer genehmigt werden, beginnt die Beschaffung in den Jahren 2027 bis 2029 mit dem Fokus auf Multi-Sensor-Systeme, die kleine Quadrocopter in Entfernungen von bis zu zehn Kilometern erkennen können, sowie auf Funkstörsender, die eine feindliche Drohne zur sicheren Landung zwingen können. Das Innenministerium erklärt, dass dieselbe Plattform Echtzeitdaten an Migri liefert, sodass Einwanderungsbehörden Drohnenvorfälle mit einem Anstieg irregulärer Grenzübertritte in Verbindung bringen können. Für multinationale Unternehmen in Grenznähe – etwa aus den Bereichen Holz, Mineralien und Rechenzentren – verspricht das Upgrade weniger ungeplante Betriebsausfälle durch Luftraumsperrungen. Auch Logistikunternehmen erwarten schnellere Zollabfertigungen, da die Beamten den Verkehr nicht mehr anhalten müssen, um Drohnen-Sichtungen zu untersuchen. Über Finnland hinaus sieht Brüssel das Projekt als Pilotvorhaben zur Integration von Anti-Drohnen-Technologien in das gemeinsame EU-Werkzeugset für Visa- und Grenzmanagement.
Quelle: Mezha