
Die Provinz Hainan, bereits Heimat des liberalsten Einreiseprogramms Chinas, hat einen Plan für 2026–2030 vorgestellt, der die grenzüberschreitende Mobilität in den Mittelpunkt ihrer Strategie für den Freihandelshafen (FTP) stellt. Gouverneur Liu Xiaoming erklärte auf einer Pressekonferenz des Staatsrats, dass Bürger aus 86 Ländern weiterhin einen 30-tägigen visafreien Aufenthalt genießen, wobei die zulässigen Aktivitäten auf kurzfristige Beschäftigung, Offshore-Innovationsprojekte und Aufenthalte von „digitalen Nomaden“ ausgeweitet werden. Die Insel wird ihre Kampagne „Eine Million Elite-Talente“ verstärken, indem sie beschleunigte Arbeitserlaubnisse innerhalb von nur fünf Tagen sowie eine persönliche Einkommenssteuerobergrenze von 15 % – deutlich unter dem Höchstsatz von 45 % auf dem Festland – anbietet. Um Missbrauch zu verhindern, wird ein punktebasiertes Compliance-System eingeführt, das Arbeitgeber mit einwandfreien Einwanderungsakten mit automatischen Verlängerungsprivilegien belohnt. Die Infrastruktur wird mitwachsen: Im Juni eröffnet Haikou den zweiten Kreuzfahrthafen mit Bord-Einwanderungskontrolle, während der Flughafen Sanya Phoenix eine eigene Spur für visafreie Ankünfte mit biometrischen E-Gates einrichtet. Eine neue cloudbasierte Zollplattform ermöglicht es Tech-Start-ups, F&E-Ausrüstung innerhalb von 24 Stunden zollfrei zu importieren, was die Markteinführungszeit für Prototypentests verkürzt. Für multinationale HR-Teams bietet Hainan mit seinem entspannten Regime einen Testmarkt, um Offshore-Gehaltsstrukturen zu erproben und gebundene Telearbeitszentren zu erkunden. Allerdings unterliegen auf der Insel gezahlte Löhne auch bei kurzfristigen Entsendungen den lokalen Sozialversicherungsbeiträgen, und Fernarbeitnehmer müssen ihre Unterkunft innerhalb von 24 Stunden über das Polizeie-Portal anmelden. Rechtsexperten raten Unternehmen, Verträge mit geteilten Zahlungen sorgfältig zu gestalten, um keine steuerpflichtige Präsenz auf dem Festland zu begründen. Sollte Hainan sein Ziel erreichen, bis 2030 200.000 ausländische Fachkräfte anzuziehen, könnte die Insel zum Vorreiter für umfassendere nationale Reformen werden. Das Handelsministerium prüft bereits, ob Elemente des Insel-Politikmixes – wie Negativlisten für grenzüberschreitende Datenflüsse und Pilotprojekte für Krypto-Zahlungen – auf die Technologiezentren der Greater Bay Area übertragen werden können.
Quelle: China Daily
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