
Das Hongkonger Fremdenverkehrsamt (HKTB) stellte am 10. April 2026 Details des „Tourismus-Wiederbelebungsplans 2026“ vor, der mit einem Budget von 1,66 Milliarden HK$ (212 Millionen US$) gezielt auf ertragreiche Segmente setzt – insbesondere auf Firmenveranstaltungen, Incentives, Konferenzen und Ausstellungen (MICE) sowie auf Premium-Freizeitreisen aus Fernmärkten. Der im Haushaltsplan 2026-27 verankerte Plan stellt die größte Einzelförderung dar, die das Amt je erhalten hat. Zu den wichtigsten Maßnahmen zählen die neue „Global MICE Alliance“, die Zuschüsse von bis zu 1.200 HK$ pro Teilnehmer für Events mit mindestens 500 Personen bietet, ein beschleunigtes Visumverfahren für Konferenzsprecher sowie eine Marketingkampagne in Indien, den Golfstaaten und den USA, die Hongkong als „Asiens Hauptstadt für Geschäftsanbahnungen“ positioniert. Zudem kooperiert das HKTB mit der Flughafenbehörde, um Fluggesellschaften, die Direktverbindungen von erstklassigen Städten Nordamerikas und des Nahen Ostens starten, eine Rückerstattung der Landegebühren zu gewähren. Laut HKTB-Geschäftsführer Dane Cheng generiert jeder investierte HK$ im Programm voraussichtlich 15 HK$ an Besucherausgaben und schafft 24.000 temporäre Arbeitsplätze im Gastgewerbe. Branchenexperten warnen jedoch, dass anhaltende Personalknappheit im Frontline-Bereich den Erfolg bremsen könnte, sofern die Regierung die Quoten im Ergänzungsarbeitsprogramm nicht lockert oder die Visa für Arbeitskräfte schneller ausstellt. Reiseveranstalter begrüßen die Ausrichtung auf die Prioritäten der Unternehmensmobilität. „Multinationale Unternehmen sind bei der Wahl ihrer regionalen Kick-off-Veranstaltungen immer wählerischer“, erklärt Sally Yip, Leiterin von American Express GBT Hongkong. „Subventionierte Veranstaltungsorte und vereinfachte Einreiseverfahren könnten die Entscheidung wieder zugunsten Hongkongs beeinflussen, das im vergangenen Jahr 1.200 MICE-Events an Singapur und Bangkok verlor.“ Der Erfolg des Plans hängt maßgeblich von der grenzüberschreitenden Anbindung ab. Das HKTB verhandelt derzeit mit der China State Railway über Kombitickets für Delegierte, die über Shenzhen anreisen, sowie über einen eigenen e-Kanal an der Hongkong-Zhuhai-Macao-Brücke. Sollten diese Vereinbarungen zustande kommen, könnten Mobilitätsexperten zufolge Hongkong im harten Wettbewerb um asiatisch-pazifische Hauptsitze und Rotationsprogramme wieder Boden gutmachen.
Quelle: Travel and Tour World
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