
Ein neuer Bericht der dänischen Rockwool-Stiftung, veröffentlicht am 22. April, zeigt, dass Flüchtlinge inzwischen 4,8 % der Bevölkerung Zyperns ausmachen – damit liegt die Insel innerhalb der Europäischen Union nur hinter Malta an zweiter Stelle, was die relative Migrationsbelastung betrifft. Während Deutschland und Spanien die größten absoluten Zahlen an Neuankömmlingen aufnehmen, lastet die „Belastung pro Kopf“ unverhältnismäßig stark auf kleinen Staaten wie Zypern, Luxemburg und Malta. Forscher warnen, dass dieses Ungleichgewicht die Verwaltungsbelastung in Aufnahmeeinrichtungen wie Pournara verschärft und politische Spannungen über die Verantwortungsteilung anheizt. Die Erkenntnisse kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Zypern über ein überarbeitetes EU-Migrationsabkommen verhandelt, das schnellere Umsiedlungen und konsequentere Rückführungen vorsieht – Maßnahmen, die die Regierung als entscheidend ansieht, um den lokalen Druck zu verringern. Für Arbeitgeber sind die Zahlen ein zweischneidiges Schwert: Einerseits steht ein größerer Talentpool in Branchen wie Gastgewerbe und Landwirtschaft zur Verfügung, andererseits verlängern sich die Bearbeitungszeiten für Arbeitserlaubnisse, da Behörden Personal für Asylverfahren umverteilen. Personalabteilungen wird bereits empfohlen, für Standard-Arbeitserlaubnisse 8 bis 10 Wochen einzuplanen, statt wie vor einem Jahr sechs Wochen. Das Innenministerium erklärt, Abschiebungen abgelehnter Asylbewerber zu beschleunigen und bis Oktober ein digitales Fallmanagementsystem einzuführen. NGOs warnen jedoch, dass ohne gleichzeitige Investitionen in Integration – etwa Sprachkurse, berufliche Weiterbildung und Wohnraum – Zypern Gefahr läuft, einen zweigeteilten Arbeitsmarkt zu verfestigen.
Quelle: Cyprus Mail