
Die Schweiz nutzte den 70. Jahrestag der diplomatischen Beziehungen zu Marokko, um eine ihrer strategisch wichtigsten Partnerschaften in Nordafrika neu auszurichten. Während des Besuchs von Außenminister Nasser Bourita am 24. April in Bern setzten die Bundesräte Ignazio Cassis und Beat Jans die Migrationssteuerung neben Handel und Klimazusammenarbeit an die Spitze der Agenda. Bern würdigte Rabat als seinen drittgrößten afrikanischen Handelspartner (der bilaterale Handel nähert sich einer Milliarde CHF jährlich) und als wichtigen Transitstaat auf der westlichen Mittelmeer-Migrationsroute. Im Rahmen eines 2023 gestarteten Migrationsdialogs arbeitet die Schweiz bereits mit marokkanischen Behörden an der schnellen Identifikation und Rückführung irregulärer Migranten. Das Treffen am Freitag führte zu einer politischen Zusage, diese Zusammenarbeit zu intensivieren, wobei eine Ausweitung der Schweizer Finanzierung für Programme zum Schutz gefährdeter Migranten und zur Schaffung lokaler Arbeitsplätze im nächsten Schweizer-marokkanischen Kooperationszyklus erwartet wird. Zudem wurden Möglichkeiten besprochen, die Ausstellung von Laissez-passer-Dokumenten zu beschleunigen – ein chronischer Engpass bei Rückführungen aus der Schweiz und anderen Schengen-Staaten. Für Schweizer Arbeitgeber sind die Gespräche besonders relevant, da sie mit Berns Bemühungen einhergehen, den inländischen Fachkräftemangel durch bessere Arbeitsmarktintegration bereits im Land befindlicher Migranten zu bekämpfen und gleichzeitig eine „geordnete und für beide Seiten vorteilhafte“ zukünftige Migration sicherzustellen. Ein vereinfachter Rückführungsmechanismus mit Marokko verringert die administrative Unsicherheit für Unternehmen, die Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen verlängern, und könnte den politischen Druck für umfassendere Arbeitsmarktbeschränkungen mindern. Der strategische Dialog behandelte zudem die Mobilität von Studierenden und Forschenden. Die Schweiz und Marokko verpflichteten sich, ein 2022 geschlossenes Memorandum of Understanding zu erneuern, das derzeit Dutzende gemeinsamer Forschungsprojekte finanziert und akademische Austauschprogramme erleichtert. Unternehmen mit F&E-Zentren in beiden Ländern profitieren somit weiterhin von beschleunigter Visumsunterstützung und gegenseitiger Anerkennung akademischer Abschlüsse. Schließlich signalisierten beide Regierungen durch die Angleichung von Klimafinanzierungsinstrumenten und CO2-Kompensationsprojekten, dass Nachhaltigkeitsaspekte künftig eine immer größere Rolle bei Mobilitätsprogrammen spielen werden – insbesondere bei investitionsgebundenen Arbeitserlaubnissen.
Quelle: Swiss Federal Council
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Schweiz.Mehr von Schweiz
Alle anzeigen
Genfer Staatsangestellte treten zum vierten Mal in den Streik – Befürchtungen über Verzögerungen bei der Bearbeitung von Arbeits- und Aufenthaltsbewilligungen wachsen
Bern schickt Vorauskommando, während die Schweizer Botschaft in Teheran schrittweise wieder öffnet