
Ein neuer Blue Book-Bericht über Festlandstudenten, die in Hongkong studieren, der in Peking veröffentlicht und am 4. Mai von der South China Morning Post berichtet wurde, bestätigt eine deutliche Neuausrichtung der chinesischen Auslandsbildungströme. Hongkong hat die USA überholt und ist 2026 das zweitbeliebteste Auslandsziel für Studenten vom Festland, nur noch hinter dem Vereinigten Königreich. Autoren von der Peking-Universität und zwei Bildungsberatungen nennen mehrere Gründe: Die Verdopplung der Quote für nicht-lokale Studierende in Hongkong auf 40 Prozent der lokalen Einschreibungen, Studiengebühren, die deutlich unter denen amerikanischer Universitäten liegen, sowie der neue Top Talent Pass der Stadt, der dreijährige Arbeitsrechte nach dem Studium bietet. Ebenso wichtig sind die Unsicherheiten bei der Vergabe von US-F-1-Visa – die Wartezeiten für Interviews in Peking liegen weiterhin über 200 Tagen – sowie steigende Ablehnungsquoten für MINT-Fächer. Die Zahlen sprechen für sich: Im akademischen Jahr 2023/24 waren an den Universitäten Hongkongs 38.100 Festlandstudenten in postgradualen Lehrprogrammen eingeschrieben, ein Anstieg von 207 Prozent gegenüber 2020/21. An der Universität Hongkong machen Festlandstudenten inzwischen 63 Prozent der nicht-lokalen Bachelorstudierenden und mehr als 92 Prozent der postgradualen Lehrprogramme aus. Für Unternehmen und Talentmanagement-Teams erweitert dieser Wandel den lokalen Absolventenpool direkt an der Grenze zum Technologiezentrum Shenzhen. Firmen, die Mandarin sprechende Talente mit internationaler Erfahrung suchen, können nun rekrutieren, ohne die Zeitverschiebung und Umzugskosten westlicher Universitäten in Kauf nehmen zu müssen. Einwanderungsberater weisen zudem darauf hin, dass die erhöhte Quote es auch erleichtert, Kindern von Führungskräften Studienplätze in Hongkong zu sichern, was den Druck verringert, ganze Familien ins Ausland zu schicken. Dennoch wird der Wettbewerb härter. Zulassungsbeauftragte warnen, dass die durchschnittlichen Aufnahmewerte für Hongkongs Medizin- und Finanzprogramme inzwischen die Zulassungsgrenzen der chinesischen C9-Universitäten übersteigen, was zeigt, dass Eltern die Stadt nicht als Notlösung, sondern als bevorzugte erste Wahl sehen.
Quelle: South China Morning Post
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