
Die Einwanderungsbehörde Hongkongs (ImmD) und die Reiseindustriebehörde (TIA) führten am 4. Mai 2026 eine verdeckte Aktion durch, nachdem sie auf Social-Media-Plattformen Anzeigen für illegale Reiseleiterdienste entdeckt hatten. Als Kunden getarnt, buchten die Beamten eine eintägige Tour, die gegen eine geringe Gebühr Kommentare und Begleitdienste versprach. Als der 27-jährige Festlandchinese an einem beliebten Touristenort erschien, um die Führung zu übernehmen, wurde er sofort wegen Verstoßes gegen seine Aufenthaltsbedingungen festgenommen. Obwohl ausländische und Festlandbesucher ihre Fachkenntnisse einbringen dürfen, verbieten die Einwanderungsregeln Hongkongs jegliche bezahlte oder unbezahlte Beschäftigung während eines Besuchervisums. Verstöße können mit Geldstrafen von bis zu 50.000 HK$ und bis zu zwei Jahren Haft geahndet werden; Arbeitgeber drohen nun Geldstrafen von bis zu 500.000 HK$ und bis zu zehn Jahren Gefängnis – eine im letzten Jahr verdoppelte Strafe, die die Null-Toleranz-Politik der Regierung unterstreicht. Branchenanwälte sehen den Fall als wichtige Warnung für multinationale Reiseveranstalter, dass die Online-Beschaffung von freiberuflichen Guides – besonders während des aktuellen Maifeiertags-Peaks – strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen kann. Mobility-Manager in Unternehmen werden geraten, stets schriftliche Nachweise über Arbeitserlaubnisse von Drittanbietern einzufordern und bei der Organisation von Incentive-Reisen oder Offsite-Meetings in Hongkong stichprobenartige Kontrollen durchzuführen. Die Aktion signalisiert zudem eine engere Zusammenarbeit zwischen der ImmD und der neu gegründeten TIA, die seit 2024 die Lizenzierung und Durchsetzung von der Travel Industry Council übernommen hat. Beide Behörden werden während der „Goldenen Woche“ und der Sommer-Hauptsaison verstärkte Kontrollen an Kreuzfahrthäfen, Grenzkontrollen und Hotellobbys durchführen. An wichtigen Sehenswürdigkeiten werden Flyer in Kantonesisch, Putonghua und Englisch verteilt, die vor der Anstellung nicht lizenzierter Guides warnen. Für Personalabteilungen, die Mitarbeiter nach Hongkong entsenden, ist die Botschaft klar: Begleitpersonen von Entsandten dürfen ohne entsprechende Arbeitserlaubnis keine Gelegenheitsführungen oder Teilzeitarbeit ausüben. Die Behörden kündigten an, weiterhin Social-Media-Überwachung und verdeckte Buchungen einzusetzen, um Verstöße aufzudecken.
Quelle: HKSAR Government Press Release
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