
Der zweitgrößte Passagierflughafen Belgiens, Brussels-South Charleroi Airport, bestätigte am 5. Mai, dass am Dienstag, den 12. Mai, alle Flüge aufgrund eines landesweiten Streiktags ausfallen werden. Der Streik, organisiert von den drei großen Gewerkschaften des Landes (ABVV-FGTB, ACV-CSC und ACLVB), richtet sich gegen bundesweite sozialökonomische Reformen, wird jedoch weit über den öffentlichen Dienst hinaus Auswirkungen haben – unter anderem auf die Flugsicherung, Sicherheitskontrollen und Bodenabfertigung. Die Flughafenleitung erklärte, dass die Mindestpersonalstärke zur Gewährleistung der Flugsicherheit nicht erreicht wird und entschied sich daher für eine pauschale Flugstreichung statt kurzfristiger Einzelfallentscheidungen. Etwa 35.000 Passagiere von 180 Flügen der Airlines Ryanair, Wizz Air und TUI fly Belgium werden betroffen sein. Die Fluggesellschaften begannen bereits wenige Stunden nach der Ankündigung mit Umbuchungs- und Erstattungsinformationen; Reisenden mit selbst gebuchten Anschlussflügen wird empfohlen, ihre Versicherungen auf Streikabdeckung zu prüfen und schriftliche Stornierungsnachweise für eventuelle Ansprüche einzuholen. Die Störung wird sich auf das gesamte belgische Verkehrsnetz auswirken. Der wichtigste Flughafen des Landes, Brussels Airport, rechnet am selben Tag mit weniger als der Hälfte der geplanten Abflüge, während die nationale Fluggesellschaft Brussels Airlines ihre Kapazität um etwa 60 % reduzieren will. Auch der Frachtverkehr am Flughafen Lüttich dürfte beeinträchtigt werden, was insbesondere zeitkritische Pharma- und E-Commerce-Lieferungen gefährdet. Für Mobilitätsmanager könnte der Termin kaum ungünstiger sein: Der Christi Himmelfahrtstag (Donnerstag, 14. Mai) sorgt in weiten Teilen Europas für ein langes Wochenende und traditionell für einen Anstieg von Freizeit- und Geschäftsreisen. Personal- und Reiseteams wurden aufgefordert, jetzt Kontakt zu entsandten Mitarbeitern und Vielfliegern aufzunehmen, sie zu warnen, am 12. Mai keine Routen über Belgien zu wählen, und wenn möglich über benachbarte Drehkreuze wie Amsterdam Schiphol, Paris CDG oder Düsseldorf umzubuchen. Für die Zukunft haben die Gewerkschaften mit weiteren landesweiten Aktionen gedroht, falls die Vorschläge zu Renten- und Arbeitsmarktreformen nicht geändert werden. Unternehmen mit belgischen Talentprogrammen sollten daher ihre Notfallpläne überprüfen, flexible Ticketoptionen bereithalten und Reisende über alternative Möglichkeiten zur Visa-Abholung bei Ankunft oder zur Einholung von Aufenthaltserlaubnissen informieren, falls zukünftige Streiks Dokumente im Transit blockieren.
Quelle: Belga News Agency