
Belgische Geschäftsreisende wurden am 4. Mai 2026 von einer erfreulichen Nachricht geweckt: Die Europäische Kommission hat den Schengen-Staaten erlaubt, den verpflichtenden Fingerabdruck- und Gesichtsscanning-Schritt des neuen Ein- und Ausreisesystems (EES) auszusetzen, wenn die Warteschlangen außer Kontrolle geraten. Seit dem Start des EES am 10. April meldeten der Flughafen Brüssel sowie die Landgrenzen bei Zeebrügge und der Eurostar-Terminal in Brüssel-Midi Wartezeiten von 40 bis 60 Minuten für Nicht-EU-Bürger. Fluggesellschaften warnten, dass verpasste Anschlussflüge zunehmend die Pünktlichkeit beeinträchtigen und Entschädigungsansprüche nach EU-Verordnung 261 auslösen. Belgien schloss sich Frankreich, den Niederlanden und Deutschland an und drängte Brüssel auf eine „Notbremse“ vor den Feiertagen zu Christi Himmelfahrt und Pfingsten. Die Entscheidung der Kommission erlaubt es den Grenzbeamten, während Spitzenzeiten wieder auf manuelle Passstempel zurückzugreifen, während die EES-Datenbank im Hintergrund weiterläuft. Für Manager der Unternehmensmobilität beseitigt die Regelung einen akuten Engpass: Reisende, die bereits nahe an der 90-Tage-Grenze im Schengen-Raum sind, werden weiterhin im EES-Backoffice erfasst, doch die physische Verzögerung an den biometrischen Kiosken sollte sich entspannen. Reise-Risikoberater empfehlen Arbeitgebern, weiterhin einen Puffer von 30 Minuten in den Reiseplänen einzuplanen, bis operative Daten bestätigen, dass die Warteschlangen kürzer werden. Das belgische Innenministerium hat bereits eine Anweisung an die Bundespolizei in Zaventem und den großen Seehäfen herausgegeben, die Ausnahmeregelung „bei Wartezeiten für Drittstaatsangehörige von über 25 Minuten“ umzusetzen. Das Ministerium wird wöchentlich an Brüssel berichten, damit die Kommission entscheiden kann, wann die vollständige biometrische Erfassung wieder aufgenommen wird. Parallel dazu bekräftigte die EU, dass das digitale Schengen-Visum und die ETIAS-Reisegenehmigung planmäßig im Oktober 2026 eingeführt werden, was bedeutet, dass Unternehmen ihre Mitarbeiterdatenbanken und Kommunikationspläne für Reisende rechtzeitig vor dem nächsten Compliance-Meilenstein vorbereiten müssen.
Quelle: Sada Elbalad