
Nur wenige Stunden nachdem Madrid die schnelle Umsetzung seiner außergewöhnlichen Legalisierung gefeiert hatte, erteilte das Regionalparlament der Balearen eine deutliche Abfuhr. Am 5. Mai stimmten Abgeordnete der konservativen Partido Popular (PP) gemeinsam mit der rechtsextremen Vox-Partei für einen Antrag, der die Legalisierung von 500.000 Migranten ablehnt und strengere Grenzkontrollen sowie schnellere Abschiebungen von illegalen Einwanderern fordert. Linke Parteien stimmten dagegen, waren jedoch in der Minderheit. Die unverbindliche Resolution fordert die Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez auf, „alle illegalen Einwanderer“ zurückzuführen und vergangene Einbürgerungen zu überprüfen – eine Forderung, die weit über die aktuelle nationale Politik hinausgeht. Obwohl rein symbolisch, zeigt die Abstimmung, wie stark die Migrationsdebatte in Spanien polarisiert ist. Sie erschwert zudem die Kommunikation mit potenziellen Antragstellern, die in von PP oder Vox kontrollierten Regionen mit Gegenreaktionen oder willkürlicher Behandlung rechnen könnten. Rechtsexperten weisen darauf hin, dass Aufenthaltstitel, die im Rahmen des königlichen Dekrets ausgestellt werden, nationale Dokumente sind und in ganz Spanien gelten. Der Alltag – etwa bei der Anmeldung in Schulen, dem Zugang zur Grundversorgung oder der Registrierung im kommunalen Melderegister – hängt jedoch von den lokalen Behörden ab, die weniger kooperativ sein könnten. Für Arbeitgeber auf den Balearen, insbesondere in der Tourismus- und Gastronomiebranche, wo die saisonale Nachfrage ihren Höhepunkt erreicht, sollten Personalabteilungen mögliche administrative Verzögerungen im Blick behalten, wenn neue Mitarbeiter versuchen, sich bei der Sozialversicherung anzumelden oder Steuernummern zu beantragen. Abweichungen von den nationalen Vorgaben könnten rechtliche Auseinandersetzungen nach sich ziehen, deren Klärung jedoch Monate dauern würde. Politische Analysten gehen davon aus, dass sich die Abstimmung auf den Balearen in den kommenden Wochen in weiteren von der PP regierten Regionen wiederholen wird. Mobility-Manager in Unternehmen sollten daher Expatriates und neu legalisierte Mitarbeiter darauf vorbereiten, dass die öffentliche Meinung in den autonomen Gemeinschaften Spaniens stark variieren kann, und sie dazu anhalten, lokale Anmeldefristen strikt einzuhalten, um den Behörden keine Ablehnungsgründe zu liefern.
Quelle: Infobae / EFE