
Spät am 4. Mai hat die Europäische Kommission stillschweigend allen Schengen-Staaten, darunter auch Österreich, erlaubt, die verpflichtenden Fingerabdruck- und Gesichtsscans im neuen Ein- und Ausreisesystem (EES) während Spitzenreisezeiten vorübergehend auszusetzen. Der Notfall-„Flexmodus“ soll die stundenlangen Warteschlangen verhindern, die seit dem vollständigen Start des Systems am 10. April an den Flughäfen für Ärger sorgen. Für den Flughafen Wien-Schwechat, wo die Zahl der täglich ankommenden Nicht-EU-Passagiere vor dem Eurovision-Ansturm auf 18.000 gestiegen ist, bedeutet diese Ausnahmeregelung eine wichtige Entlastung. Die Gewerkschaften der Grenzpolizei hatten gewarnt, dass die begrenzte Anzahl an biometrischen Terminals die Abfertigungszeiten bei den abendlichen Langstreckenankünften verdoppeln könnte. Nach den neuen Vorgaben dürfen die Beamten bei definierten Passagierwellen – typischerweise zwischen 6:00 und 9:00 Uhr sowie 18:00 und 21:00 Uhr – wieder manuell den Reisepass stempeln, während die Vorausreisendeninformationen weiterhin an die zentrale EES-Datenbank übermittelt werden. Die Erleichterung ist vorübergehend und wird wöchentlich in Brüssel überprüft. Reisende müssen außerhalb der Ausnahmezeiten oder bei Verdacht auf eine sekundäre Kontrolle weiterhin mit der vollständigen biometrischen Erfassung rechnen. Mobilitätsmanager werden empfohlen: • Nicht-EU-Mitarbeiter auf längere Umsteigezeiten bei engen Verbindungen vorzubereiten; • Die Abflugzeiten der Airlines zu prüfen, da die Fluggesellschaften weiterhin für Passagiere verantwortlich sind, die die 90/180-Tage-Aufenthaltsgrenzen überschreiten, die nun digital überwacht werden; • Sicherzustellen, dass die erste EES-Registrierung der Mitarbeiter auf einem Einreiseflug mit ausreichend Pufferzeit erfolgt. Das österreichische Innenministerium begrüßte die Flexibilität, betonte jedoch, dass das Land weiterhin zur biometrischen Grenzkontrolle steht. Offizielle bestätigten, dass an den Flughäfen Wien-Schwechat und Salzburg weitere Selbstbedienungsterminals installiert werden, mit voller Kapazität bis Mitte Juli – rechtzeitig zum Hauptreisezeitraum in Österreich. Die Branchenverbände ACI Europe und Airlines for Europe fordern Brüssel auf, die Ausnahmeregelung bis zum Ende des Sommers zu verlängern und warnen, dass eine plötzliche Rückkehr zur vollständigen biometrischen Kontrolle „Chaos“ verursachen könnte. Für österreichische Urlauber und Geschäftsreisende könnte die Grenzerfahrung vorerst reibungsloser verlaufen – allerdings nur, wenn sie den richtigen Zeitfenster erwischen.
Quelle: iVisa News
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