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Deutscher Innenminister beharrt trotz Rückschlägen vor Gericht auf verlängerten Grenzkontrollen zu Österreich

Mai 5, 2026
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Deutscher Innenminister beharrt trotz Rückschlägen vor Gericht auf verlängerten Grenzkontrollen zu Österreich
Im Gespräch mit Euronews am 4. Mai bekräftigte der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) die vorübergehenden Kontrollen an den Landgrenzen Deutschlands zu Österreich, Polen und Tschechien – Maßnahmen, die 2023 wieder eingeführt und seither mehrfach verlängert wurden. Der Minister argumentierte, dass diese Kontrollen bis zur vollständigen Umsetzung des überarbeiteten Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) Ende dieses Jahres unerlässlich seien, und verwies auf 8.000 Festnahmen an der Grenze in den letzten zwölf Monaten. Seine Haltung kommt nur wenige Wochen, nachdem zwei deutsche Verwaltungsgerichte entschieden hatten, dass die Kontrollen an der bayerisch-tirolerischen Grenze gegen Schengen-Regeln verstoßen, da Berlin keine „ernsthafte Bedrohung“ nachweisen konnte, die eine derart langfristige Verlängerung rechtfertigt. Migrationsforscher zweifeln zudem an den Regierungsstatistiken und weisen darauf hin, dass die meisten Festnahmen auf offene Haftbefehle zurückzuführen sind und nicht auf neue Asylsuchende. Für Österreich ist der politische Streit nördlich der Grenze jedoch mehr als nur theoretisch. Kiefersfelden und weitere Grenzübergänge sind wichtige Knotenpunkte für tausende Pendler und einen erheblichen Anteil des alpinen Güterverkehrs in Europa. Die anhaltenden Stichprobenkontrollen verlängern die Transitzeiten um 20 bis 40 Minuten, was die Just-in-Time-Modelle der Produktionsstätten in Salzburg und Tirol belastet und die Zeitpläne von Reisebussen in der bevorstehenden Sommersaison aufbläht. Österreichische Hoteliers entlang des Inntals berichten von einem spürbaren Rückgang der Wochenend-Städtetouristen aus München – einem Markt, der vor der Pandemie 12 % der Übernachtungen ausmachte. Auch Logistikunternehmen leiten einige Lieferungen zwischen Italien und Deutschland über die Schweiz um, um unvorhersehbare Verzögerungen zu vermeiden, was bis zu 120 Kilometer mehr pro Fahrt bedeutet. Firmen-Mobilitätsteams sollten ihre Mitarbeiter darauf hinweisen, dass Ausweiskontrollen in Zügen und auf Autobahnen mindestens bis Mitte 2026 bestehen bleiben und zusätzliche Pufferzeiten in Reisepläne einbauen. Das Europäische Gerichtshof wird voraussichtlich noch in diesem Jahr über die Rechtmäßigkeit von Deutschlands Vorgehen entscheiden; sollte das Gericht die Maßnahmen kippen, müsste Berlin möglicherweise auf gezieltere, risikobasierte Kontrollen statt pauschaler Grenzüberprüfungen umstellen.
Quelle: Euronews

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