
Polnische Grenzschutzbeamte haben bei verstärkten Kontrollen vom 1. bis 4. Mai insgesamt 84 Migranten festgenommen – darunter Afghanen, Pakistaner und mehrere Staatsangehörige aus dem Nahen Osten, wie am 5. Mai bestätigt wurde. 37 der Festnahmen erfolgten im bewaldeten Grenzabschnitt zu Belarus, der seit 2021 wiederholt von illegalen Grenzübertritten betroffen ist; die übrigen wurden in der Nähe von Gubin an der deutsch-polnischen Grenze sowie bei Stichprobenkontrollen auf Ost-West-Bahnstrecken vorgenommen. Alle Festgenommenen erhielten zehnmonatige Bewährungsstrafen wegen illegalen Grenzübertritts und wurden in bewachten Zentren untergebracht, bis ihre Abschiebung erfolgt. Die Operation wurde in Abstimmung mit deutschen Behörden durchgeführt, die zeitgleich ihre Kontrollen nach Verlängerung der innerdeutschen Schengen-Kontrollen bis Oktober verschärft haben. Behörden erklärten, dass biometrische Daten aus dem EES-System halfen, mehrere Migranten mit früheren Ablehnungsentscheidungen in anderen EU-Staaten zu verknüpfen. Polnische Beamte stellten die Razzien als Teil einer umfassenderen Strategie dar, um irreguläre Transitbewegungen vor dem Sommerreiseverkehr zu reduzieren und die Öffentlichkeit zu beruhigen, dass die Migrationsströme kontrolliert werden. Menschenrechtsorganisationen kritisierten die schnelle Strafverfolgung, während Fachanwälte für Einwanderungsrecht betonten, dass sichtbare Durchsetzung die Argumentation Polens für die Aufhebung pandemiebedingter Einreisebeschränkungen für legitime Reisende stärkt. Für Mobilitätsmanager ist die Botschaft klar: Die Einhaltung der Reisedokumente wird genau überprüft. Drittstaatsangehörige, denen bereits in einem anderen Schengen-Staat die Einreise verweigert wurde, müssen bei Reisen über Polen mit einer höheren Wahrscheinlichkeit sekundärer Kontrollen rechnen. Unternehmen sollten Reiseverläufe vorab prüfen und darauf vorbereitet sein, bei Grenzübertritten Nachweise über Aufenthaltszweck und Weiterreisepläne vorzulegen, da Landgrenzen weiterhin im Fokus der Kontrollen stehen. Behörden deuteten an, dass gemeinsame Patrouillen mit Frontex im Sommer ausgeweitet werden könnten, was auf häufigere Stichprobenkontrollen bei Fernbussen und Zügen hindeutet.
Quelle: Ehtebar / Khaama Press
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