
Das polnische Innen- und Verwaltungsministerium (MSWiA) hat erstmals umfassende Daten zur Nutzung des EU-weiten Ein- und Ausreisesystems (EES) veröffentlicht, der biometrischen Grenzmanagement-Plattform, die seit dem 10. April 2026 an allen polnischen Außengrenzen verpflichtend ist. Laut Zahlen, die am 5. Mai dem Rat für groß angelegte EU-IT-Systeme vorgelegt wurden, haben die polnischen Grenzbeamten in knapp vier Wochen fast 6,8 Millionen Grenzübertritte über das EES abgewickelt und 9.400 Einreiseverweigerungen ausgesprochen. Behörden betonen, dass die Kombination aus Fingerabdruck- und Gesichtserkennung die Kontrollzeiten für regelkonforme Reisende bereits verkürzt und gleichzeitig die Erkennung gefälschter Dokumente sowie wiederholter Überziehungen erleichtert. Über 250.000 Datensätze betreffen Nicht-EU-Bürger, deren Ein- und Ausreisen nun elektronisch statt manuell gestempelt werden müssen. Das Briefing bestätigte zudem, dass Polen die Vorbereitungen für das Europäische Reiseinformations- und Genehmigungssystem (ETIAS) sowie eine verbesserte EURODAC-Datenbank für Asyl-Fingerabdrücke beschleunigt. Zusammen bilden diese drei Plattformen, so der stellvertretende Innenminister Tomasz Szymański, einen „einheitlichen digitalen Perimeter“, der einen sofortigen Datenaustausch zwischen Grenzschutz, Polizei und Sicherheitsbehörden ermöglicht. Für Geschäftsreisende beantworten die ersten Statistiken zwei zentrale Fragen: Die Wartezeiten an den Flughäfen Warschau-Chopin und Krakau-Balice sind nicht signifikant gestiegen, an den Landgrenzen können sie jedoch ansteigen, da die Beamten Lkw-Fahrer mit den neuen Terminals vertraut machen. Arbeitgeber, die Nicht-EU-Mitarbeiter nach Polen entsenden, werden geraten, die maschinenlesbare Gültigkeit der Pässe zu überprüfen und sicherzustellen, dass frühere Schengen-Überziehungen geklärt sind; sobald eine Überziehung im EES erfasst ist, kann die Einreise automatisch verweigert werden. Das MSWiA kündigt an, im Sommer wöchentliche Übersichten zu veröffentlichen. Analysten erwarten, dass die Zahl der Einreiseverweigerungen mit dem Beginn der ETIAS-Voranmeldung im Testbetrieb später in diesem Jahr steigen wird, was die Bedeutung einer frühzeitigen Überprüfung der Schengen-Tage durch Mobilitätsmanager unterstreicht.
Quelle: PAP MediaRoom
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