
Indiens Innenministerium hat am 1. Mai 2026 die lang erwarteten Citizenship (Amendment) Rules 2026 veröffentlicht, die die größte Reform des Overseas Citizen of India (OCI)-Programms seit dessen Einführung im Jahr 2005 einleiten. Ein ausführliches Umsetzungsschreiben vom 7. Mai bestätigt, dass alle OCI-Dienste – Erstregistrierung, obligatorische Neuausstellung bei Passverlängerung, Verzicht und Stornierung – nun ausschließlich elektronisch über das OCI Services-Portal abgewickelt werden müssen. Besonders auffällig ist die Ablösung des bekannten blau-goldenen Hefts durch eine elektronische Bescheinigung, das „e-OCI“. Antragsteller laden ein sicheres PDF mit einem scannbaren QR-Code herunter; Grenzbeamte prüfen den Status über die IVFRT-Datenbank, und Karteninhaber können die Bescheinigung in der indischen DigiLocker-App speichern. Physische Karten bleiben bis zum nächsten Erneuerungszyklus gültig, neue Antragsteller erhalten jedoch nur noch einen digitalen Nachweis. Weitere Regeländerungen verschärfen die Compliance: Minderjährige dürfen nicht mehr gleichzeitig einen indischen Pass und eine OCI-Karte besitzen; die Eltern müssen sich für einen Status entscheiden. Personen, die auf den OCI-Status verzichten, müssen das physische Heft abgeben, die Registrierung wird jedoch auch bei Verlust des Hefts storniert. Antragsteller müssen zudem der biometrischen Erfassung für Indiens Fast Track Immigration Trusted Traveller Programme zustimmen, was den Weg für automatische e-Gates an 13 Flughäfen ebnet. Für Manager globaler Mobilität bringt die Umstellung sowohl Effizienzgewinne als auch Risiken. Die durchgängige digitale Antragstellung soll die Bearbeitungszeit laut Innenministerium von sechs bis acht Wochen auf unter 15 Arbeitstage verkürzen. Die verpflichtende Online-Einreichung erfordert jedoch, dass HR-Teams bisherige Prozesse, die auf Papierabgaben bei Botschaften und Reisebüros basierten, überprüfen. Ein Versäumnis, OCI-Daten nach einem Passwechsel zu aktualisieren, führt nun automatisch zu einer Markierung im Einwanderungssystem, was die Wahrscheinlichkeit einer Boarding-Verweigerung erhöht. Unternehmen mit großen indischstämmigen Belegschaften im Ausland begrüßen das e-OCI, da es die Reiseplanung für Doppelstaatsbürger und Langzeit-Expatriates erleichtert. Steuerberater weisen jedoch darauf hin, dass die vereinfachte OCI-Erneuerung auch die Nachverfolgung der Anwesenheitstage durch die Steuerbehörden erleichtert, was Führungskräfte unter die 182-Tage-Regel für die indische Steuerpflicht bringen könnte. Multinationale Unternehmen überprüfen daher derzeit ihre Schattenlohnabrechnung in Verbindung mit der Einwanderungskonformität.
Quelle: Envoy Global
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