
Am Rande des UN-Forums zur internationalen Migration in New York traf sich am 7. Mai 2026 Indiens Staatsminister für Auswärtige Angelegenheiten, Kirti Vardhan Singh, mit dem EU-Kommissar für Inneres und Migration, Magnus Brunner, um die im Januar unterzeichnete Indien-EU-Mobilitäts- und Migrationspartnerschaft zu überprüfen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen praktische Schritte zur Umsetzung legaler Wege für indische Fachkräfte, Forscher und Studierende in der 27-köpfigen EU. Zu den ersten wichtigen Ergebnissen zählt das im Februar in Neu-Delhi eröffnete European Legal Gateway Office, das als zentrale Anlaufstelle für Informationen zu Arbeitserlaubnissen, Anerkennung von Qualifikationen und Koordination der Sozialversicherung dient. Die Verantwortlichen einigten sich darauf, Pilotkontingente für indische IT-Spezialisten im Rahmen des beschleunigten EU-Blue-Card-Verfahrens zu priorisieren und die digitalen Antragsplattformen bis Mitte 2027 mit dem indischen IVFRT-System zu verknüpfen. Branchenvertreter beider Seiten forderten, Mobilitätszusagen im kommenden Indien-EU-Freihandelsabkommen festzuschreiben, damit der Zugang zum Arbeitsmarkt auch bei künftigen Zollstreitigkeiten gesichert bleibt. Brüssel drängt zudem auf gemeinsame Kompetenzanalysen, um indische Talente gezielter auf regionale Engpässe im Gesundheitswesen und im Bereich grüner Technologien abzustimmen, während Neu-Delhi Zusicherungen verlangt, dass Blue-Card-Inhaber ihre Angehörigen mit offenen Arbeitsrechten mitbringen können. Für multinationale Arbeitgeber signalisieren die Gespräche nach Jahren stockender Verhandlungen neuen Schwung. EU-Unternehmen mit Shared-Service-Centern in Bengaluru erwarten, dass das Rahmenwerk die Bearbeitungszeiten für Arbeitserlaubnisse halbieren und doppelte Apostille-Verfahren abschaffen könnte. Indische Tech-Firmen, die in Portugal und Osteuropa expandieren, hoffen auf eine klarere Anerkennung indischer Abschlüsse und eine Lockerung der Anforderungen an den Arbeitsmarkttest. Beide Seiten planen, vor dem voraussichtlichen vorläufigen Inkrafttreten des Freihandelsabkommens noch in diesem Jahr eine gemeinsame Umsetzungsroadmap zu veröffentlichen. Werden die Meilensteine erreicht, prognostizieren Analysten bis 2030 eine jährliche Mobilität von bis zu 100.000 indischen Fachkräften nach Europa – das Doppelte des heutigen Niveaus – was chronische Fachkräftemängel lindert und die wirtschaftlichen Beziehungen vertieft.
Quelle: The Economic Times
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