
Nur noch wenige Tage bis zum ersten Halbfinale des Eurovision Song Contests: Das Wiener Rathaus hat 38 offiziell genehmigte Public-Viewing-Locations in allen Bezirken freigegeben – von Museen und Kinos bis hin zu Hotel-Dachterrassen und der Strandbar Herrmann an der Donau. Die Haupt-Fanzone, das Eurovision Village am Rathausplatz, bietet Platz für 30.000 Besucher hinter sicherheitskontrollierten Zäunen im Stil eines Flughafens. Aufgrund dessen wird die Polizei an den Showabenden einen Abschnitt der Ringstraße sperren. Weitere Veranstaltungsorte sind unter anderem das MAK, das Votivkino und das 25Hours Hotel sowie Vorstadt-Hotspots wie der GleisGarten und die Ottakringer Brauerei, die eine 700 m² große Tanzfläche plant. Betreiber müssen ihre Mitarbeiterlisten zur Überprüfung bei der Finanzpolizei einreichen – eine Folge der verschärften Sicherheitsvorschriften in Österreich nach Vorfällen auf deutschen Weihnachtsmärkten. Zudem sind die Veranstaltungsleiter verpflichtet, geschlechtergerechte Sanitäranlagen und barrierefreien Zugang gemäß Wiens Barrierefreiheitsverordnung bereitzustellen, was sich auf Ausstattungsbudgets und Besucherströme auswirkt. Für Reiseveranstalter bietet die Verteilung der Locations eine gewisse Flexibilität: Delegationen, die keine Tickets für die 16.000 Plätze fassende Stadthalle ergattern konnten, finden Alternativen, die den Druck auf die Spitzenzeiten der U-Bahn verringern. Allerdings erschwert die Vielzahl der Standorte die Kontrolle der Mitarbeiter und die Umsetzung von Fürsorgepflichten; Unternehmen werden daher ermutigt, Geo-Check-in-Apps zu nutzen und Ausgangssperren festzulegen. Tourismusökonomen prognostizieren, dass das Public-Viewing-Netzwerk bis zu 25 Millionen Euro Umsatz im Bereich Gastronomie generieren und die durchschnittliche Hotelbelegung auf 96 % steigern könnte – mit Folgen für die Verfügbarkeit von Unterkünften für reguläre Geschäftsreisende und Projektteams.
Quelle: ORF Wien
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