
Eine gemeinsame Einsatzgruppe der österreichischen Bundeskriminalpolizei, Eurojust, Europol und der rumänischen Strafverfolgungsbehörden führte am 9. Mai frühmorgendliche Razzien durch, bei denen ein Netzwerk zerschlagen wurde, das junge rumänische Frauen nach Wien zur Zwangsprostitution schleuste. Dabei wurden acht Objekte in Rumänien und drei im Wiener Bezirk Favoriten durchsucht, was zu vier Festnahmen im Ausland und der Identifizierung von sechs Opfern auf österreichischem Boden führte. Die Beamten beschlagnahmten zehn Mobiltelefone und Dutzende Ausweise, was darauf hindeutet, dass die Bande seit 2023 mindestens 20 Frauen ausgebeutet und 1,5 Millionen Euro in Immobilien und Luxusfahrzeuge gewaschen hat. Die Ermittlungen bauen auf Österreichs verschärfter Haltung gegenüber Schnellverfahren bei Grenz- und Asylfällen sowie dem erneuten Fokus der EU auf grenzüberschreitenden Menschenhandel vor dem Start des Entry-Exit-Systems auf. Behörden erklärten, dass die unter dem neuen System erhobenen biometrischen Daten es den Tätern erschweren werden, Opfer unter falschen Identitäten erneut auszubeuten. Für Teams im Bereich globale Mobilität und Umsiedlung ist der Fall eine Mahnung, dass informelle Rekrutierungsketten Zwang und Einwanderungsbetrug verschleiern können. Unternehmen, die Drittstaatsangehörige in Österreichs Dienstleistungssektor beschäftigen, sollten die Einstellungspraktiken ihrer Zulieferer überprüfen und sicherstellen, dass die Beschäftigten persönliche Informationen zu ihren Rechten und lokalen Hilfsangeboten erhalten. Die Opfer wurden in Österreichs spezialisiertes Schutzprogramm aufgenommen und erhalten Aufenthaltsgenehmigungen, Beratung sowie berufliche Weiterbildung – ein Weg, der Österreichs Bemühungen unterstreicht, Strafverfolgung mit der Integration der Opfer zu verbinden.
Quelle: ORF Wien
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