
Computer Weekly berichtete am 12. Mai, dass Brüssel und Washington über eine verstärkte Sicherheitskooperation an den Grenzen verhandeln, die dem US-Heimatschutzministerium einen wechselseitigen Zugang zu biometrischen EU-Datenbanken für Visa-Prüfungen und Grenzkontrollen ermöglichen würde. Obwohl die Gespräche EU-weit geführt werden, speichert Spanien Millionen von Fingerabdrücken, die an Polizeistationen für nationale Ausweise und Aufenthaltserlaubnisse erfasst wurden; diese könnten für US-Behörden durchsuchbar werden, falls Madrid das endgültige Abkommen ratifiziert. Spanien nimmt bereits am US Visa Waiver Program (VWP) teil, das Spaniern eine visumfreie Einreise in die USA für bis zu 90 Tage erlaubt. Laut dem Entwurf des Abkommens würden VWP-Mitglieder bei der Beantragung der ESTA-Reisegenehmigung mit den spanischen Strafverfolgungsdaten abgeglichen. Datenschützer warnen, dass dies zu automatisierten Profilbildungen und möglichen Einreiseverweigerungen aufgrund geringfügiger spanischer Vergehen führen könnte, die in den USA keine Entsprechung haben. Aus Sicht der Unternehmensmobilität könnten spanische Mitarbeiter, die in US-Projekten eingesetzt werden, mit längeren Vorlaufzeiten und neuen Einwilligungspflichten für den Datenaustausch rechnen. Unternehmen müssen ihre Datenschutzinformationen für Mitarbeiter überprüfen und sicherstellen, dass HR-Systeme erfassen, ob Beschäftigte der grenzüberschreitenden Übermittlung biometrischer Daten widersprechen. Datenschutzbeauftragte sollten zudem die spanische Datenschutzbehörde (AEPD) im Auge behalten, sobald der Text finalisiert ist. Die Verhandler streben eine Fertigstellung bis Dezember 2026 an, zeitgleich mit der vollständigen Einführung des europäischen Ein- und Ausreisesystems (EES) sowie ETIAS. Wird das Abkommen genehmigt, wäre es das erste Mal, dass Fingerabdrücke von Nicht-US-Bürgern systematisch mit US-internen Strafdatenbanken vor dem Flug abgeglichen werden – ein grundlegender Wandel in der transatlantischen Reisesicherheit.
Quelle: Computer Weekly
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