
Im Vorfeld des Treffens des Rates für Auswärtige Angelegenheiten der EU am 11. Mai in Brüssel erklärte der spanische Außenminister José Manuel Albares, dass Madrid keine „außergewöhnliche Regelung“ anstreben werde, um der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Teilnahme am iberoamerikanischen Gipfel im November in Spanien zu ermöglichen. Rodríguez unterliegt einem EU-Reiseverbot wegen Menschenrechtsverletzungen, hat jedoch zuvor unter begrenzten diplomatischen Ausnahmen Europa durchquert. Albares wies darauf hin, dass Rodríguez am selben Tag nach Den Haag reiste, um an Anhörungen am Internationalen Gerichtshof teilzunehmen, und zwar unter den üblichen Ausnahmeregelungen bei Sanktionen. Er deutete an, dass für den spanischen Gipfel dasselbe Verfahren gelten werde. „Spanien wird ihren Fall nicht anders behandeln“, sagte er vor Journalisten und fügte hinzu, dass Einladungen an die Leiter jeder von der UNO anerkannten Delegation ergehen. Diese Erklärung rückt Spaniens Verpflichtungen zur Grenzkontrolle gemäß dem EU-Ratsbeschluss 2017/2074 in den Fokus, der die Mitgliedstaaten verpflichtet, die Einreise gelisteter Personen zu verhindern, es sei denn, es liegen dringende humanitäre Gründe vor. Sollte Rodríguez teilnehmen, müsste das spanische Innenministerium mit den Rechtsdiensten des EU-Rates zusammenarbeiten, um eine zeitlich und örtlich begrenzte Ausnahmegenehmigung zu erteilen. Für die Veranstalter des Gipfels bedeutet die Unsicherheit zusätzliche Sorgfaltsprüfungen bei sanktionierten Teilnehmern und gegebenenfalls eine kurzfristige Visaerleichterung, falls sich Rollen ändern. Unternehmen, die Nebenveranstaltungen mit venezolanischen Partnern organisieren, sollten beobachten, ob hochrangige Minister außer der Vizepräsidentin anreisen, da deren Status unterschiedlich sein kann. Diplomaten erinnern an einen Vorfall im Jahr 2020, als Rodríguez am Flughafen Madrid-Barajas landete und den damaligen spanischen Verkehrsminister traf – ein Verstoß gegen EU-Regeln, der politische Empörung auslöste. Albares’ frühzeitige Klarstellung zielt darauf ab, eine Wiederholung zu vermeiden und Partner zu beruhigen, dass Spanien die EU-Sanktionspolitik respektieren wird.
Quelle: SWI Swissinfo (EFE dispatch)
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Spanien.Mehr von Spanien
Alle anzeigen
Der spanische Staatsanwalt fordert den Obersten Gerichtshof auf, die Massenregularisierung von 500.000 Migranten nicht auszusetzen
Spanien startet Luxusreise-Offensive in Nordamerika mit Rekord von 44 Direktflugverbindungen