
Die Nationalpolizei gab am 12. Mai die Festnahme von 17 Personen in Linares, Jaén, bekannt, die in einen „Empadronamiento“-Betrug verwickelt sind. Dabei wurden gefälschte Meldebescheinigungen an undokumentierte Migranten für 500 bis 800 Euro pro Person verkauft. Die Beamten entdeckten Wohnungen mit 80 m², die offiziell bis zu 21 Personen beherbergten, die dort jedoch nie lebten. Weitere 26 Verdächtige werden noch gesucht. Die Anmeldung im kommunalen Melderegister (padrón) ist Voraussetzung für viele Einwanderungsverfahren, darunter die neue außerordentliche Regularisierung Spaniens und Anträge auf sozial verwurzelte Aufenthaltsgenehmigungen (arraigo social). Durch die gefälschten Wohnnachweise ermöglichte das Netzwerk den Kunden Zugang zu öffentlicher Gesundheitsversorgung, Schulbildung und vor allem die Einreichung von Aufenthaltsanträgen, für die sie sonst nicht infrage kämen. Die Polizei verfolgt zudem Verwaltungsstrafen von bis zu 100.000 Euro gegen Vermieter, die diese Praxis ermöglichten. Migrationsberater sehen in der Razzia eine Warnung vor der bevorstehenden Massenregularisierung: Gefälschte Einträge im padrón könnten zu strafrechtlichen Konsequenzen und Abschiebungen führen, da das Ministerium für Integration Anträge mit Polizeidaten abgleicht. Für Arbeitgeber unterstreicht der Fall die Sorgfaltspflichten: Unternehmen, die lokale Arbeitskräfte oder Angehörige einstellen, müssen die Echtheit von Dokumenten wie Meldebescheinigungen prüfen; die Annahme gefälschter Nachweise kann zu Strafen wegen Förderung eines illegalen Aufenthalts führen. Mobilitätsteams sollten ihre Onboarding-Checklisten überarbeiten und bei Zweifeln neben der Meldebescheinigung auch aktuelle Strom- oder Mietverträge anfordern. Die Behörden erklärten, dass die unter dem Namen „Operación Gloria“ laufende Untersuchung landesweit ist und ähnliche Machenschaften in anderen Provinzen aufdecken könnte, was auf anhaltende Durchsetzungsrisiken bis ins Jahr 2026 hinweist.
Quelle: Europa Press Andalucía
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