
Die größte Gewerkschaftskoalition Belgiens hat für den 12. Mai 2026 einen 24-stündigen Generalstreik ausgerufen, der den Flughafen Brüssel Süd Charleroi (CRL) komplett lahmlegen und die planmäßigen Abflüge am Flughafen Brüssel (BRU) um mehr als 50 Prozent reduzieren wird. Die Billigfluggesellschaften Ryanair und Wizz Air haben bereits alle Anschlussflüge nach Indien über CRL gestrichen, während Brussels Airlines Langstreckenflüge mit hoher Auslastung priorisiert, aber dutzende europäische Zubringerflüge streicht. Obwohl es keine Direktflüge von Indien nach Charleroi gibt, ist der Flughafen ein beliebter Knotenpunkt für preisbewusste Passagiere, die separate Tickets bei Golf- und europäischen Billigfluggesellschaften kombinieren. Reisebüros schätzen, dass am 12. Mai etwa 1.200 indische Freizeit- und Besuchsreisende (VFR) über CRL umsteigen wollten. Nach EU-Verordnung 261/2004 sind Airlines verpflichtet, vollständige Rückerstattungen oder Umbuchungen auf den nächstmöglichen Flug, auch bei Konkurrenzanbietern, anzubieten – ein Recht, das vielen selbstbuchenden Passagieren oft nicht bekannt ist. Mobilitätsmanager, die Expats in Belgien und Nordfrankreich betreuen, sollten proaktiv auf BRU oder Amsterdam Schiphol ausweichen und zusätzliche Umsteigezeiten für mögliche Zug- und Busausfälle durch den Streik einplanen. Auch indische Exporteure, die Frachtkapazitäten in der Frachtraum-Bauchladung von CRL für E-Commerce-Sendungen nach Europa nutzen, sind betroffen. Spediteure berichten, dass dringende Sendungen per Lkw nach Frankfurt-Hahn oder Lüttich transportiert werden müssen, was 6 bis 10 Stunden Transitzeit und höhere Treibstoffzuschläge bedeutet. Der Streik verdeutlicht die Bedeutung, Arbeitskampfkalender in sekundären Drehkreuzen mit Selbstanschlussverkehr genau zu beobachten. Unternehmen sollten ihre Mitarbeiter daran erinnern, möglichst Einzelticket-Reiserouten zu buchen, damit ein automatischer Schutz bei Umbuchungen gewährleistet ist.
Quelle: VisaVerge