
Russische Reisende, die nach Frankreich wollen, sehen sich mit deutlich strengeren Visabestimmungen konfrontiert. Laut der in Moskau ansässigen Analysefirma Vistatrak, zitiert von AK&M am 13. Juni, ist die Ausstellung von Mehrfacheinreise-Schengenvisa für russische Staatsbürger seit 2021 um 90 % eingebrochen. Französische Konsulate vergeben inzwischen hauptsächlich Einreisevisa, die nur für die angegebenen Reisedaten gültig sind. Ein großes Problem ist die Verfügbarkeit von Terminen: Interviewplätze im ausgelagerten französischen Visazentrum in Moskau sind „innerhalb von Sekunden“ ausgebucht, oft bereits 90 Tage im Voraus. Sekundärmärkte in Jerewan oder Nur-Sultan verzeichnen einen Ansturm, doch Bewerber müssen dann mit höheren Flugkosten rechnen, um die Visa abzuholen. Reisebüros berichten, dass die Buchung eines französischen Termins bis September dauern kann – ein Problem für Unternehmen, die im Juli Fabrikbesuche oder Schulungen in Lyon planen. Dieser Trend resultiert aus einer Entscheidung des Rates von 2022, die EU-Russland-Visafazilitätsvereinbarung auszusetzen, sowie aus der verschärften Kontrolle Frankreichs nach Geheimdienstwarnungen vor „staatlich verbundenen“ Reisenden. Antragsteller mit einwandfreier Reisehistorie und früheren französischen Visa können weiterhin Doppel-Einreisegenehmigungen erhalten, langfristige Mehrfacheinreisevisa sind jedoch faktisch eingefroren. Für Mobility-Manager, die russische Mitarbeiter nach Frankreich versetzen, lautet die Empfehlung, mindestens zwölf Wochen Vorlaufzeit einzuplanen, Visa über andere Schengen-Staaten mit mehr Kapazitäten zu beantragen oder die Einsätze vorübergehend auf digitale grenzüberschreitende Modelle umzustellen, bis sich die Kapazitäten verbessern.
Quelle: AK&M Newswire