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Indien und Bangladesch versprechen engere Grenzkoordination angesichts wachsender Migrationsspannungen

Juni 13, 2026
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Indien und Bangladesch versprechen engere Grenzkoordination angesichts wachsender Migrationsspannungen
Höhere Kommandeure der indischen Grenzschutztruppe (BSF) und der Grenzschutztruppe Bangladeschs (BGB) beendeten in Neu-Delhi ein viertägiges Treffen mit dem Ziel, koordinierte Patrouillen, den Austausch von Echtzeitinformationen und gemeinsame Maßnahmen gegen Menschenhandelsnetzwerke entlang ihrer 4.096 Kilometer langen Grenze auszubauen. In der gemeinsamen Erklärung wurden die Gespräche als „herzlich, positiv und zukunftsorientiert“ beschrieben, zugleich wurde jedoch eingeräumt, dass illegale Grenzübertritte und mutmaßliche Zurückweisungen von Migranten die bilateralen Beziehungen in den letzten Monaten belastet haben. Bangladesch wirft indischen Kräften vor, undokumentierte bengalischsprachige Muslime ohne rechtliches Verfahren zurück an die Grenze gedrängt zu haben, während indische Bundesstaaten wie Assam und Westbengalen beklagen, dass unkontrollierte Migration die lokale Demografie verändert und die Sozialsysteme belastet. Die BSF teilte ihrem bangladeschischen Gegenüber mit, dass sie Dhaka gebeten habe, die Staatsangehörigkeit von 2.860 mutmaßlich illegal in Indien befindlichen Bangladeschern zu überprüfen; die BGB berichtete, seit dem 4. Juni 18 Versuche illegaler Grenzübertritte vereitelt zu haben. Im Rahmen des erweiterten „Koordinierten Grenzmanagementplans 2.0“ werden die beiden Kräfte zusätzliche Drohnen einsetzen, die Beleuchtung an den Zäunen ausbauen und eine rund um die Uhr erreichbare Hotline auf Sektorebene einrichten, um die Überprüfung von Festgenommenen zu beschleunigen. Ein Pilotprojekt zur Kennzeichnung von Wiederholungstätern mit biometrischen Smartcards, die in den Grenzdatenbanken beider Länder funktionieren, soll im Juli am Grenzübergang Petrapole–Benapole starten. Die Beamten einigten sich außerdem darauf, mehrere bislang ungenutzte Flussrouten für den legalen Handel wieder zu öffnen, in der Hoffnung, dass wirtschaftliche Anreize Schmuggel und Menschenhandel eindämmen. Für indische Exporteure könnten reibungslosere Grenzformalitäten die Wartezeiten für LKWs – derzeit bis zu 36 Stunden in Spitzenzeiten – verkürzen und Lagerkosten senken. Unternehmen, die auf niedriglohnige Arbeitskräfte aus Bangladesch in Assams Teeplantagen und auf Baustellen in Kalkutta angewiesen sind, befürchten jedoch, dass eine verschärfte Kontrolle den Arbeitskräftemangel verschärfen könnte, sofern nicht legale Saisonarbeitsprogramme eingeführt werden. Die beiden Seiten werden sich im November in Dhaka erneut treffen, um den Fortschritt zu bewerten. Diplomaten betonen, dass eine nachhaltige Zusammenarbeit vor den Parlamentswahlen in Bangladesch 2027, bei denen Migration bereits ein Streitpunkt ist, entscheidend ist. Unternehmen mit grenzüberschreitenden Lieferketten sollten neue Identitätsprüfungsregeln, die aus den Pilotprojekten hervorgehen, genau beobachten.
Quelle: NDTV / Reuters syndication

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