
Das einmalige Legalisierungsprogramm Spaniens, das im April gestartet wurde, um schätzungsweise 500.000 undokumentierte Migranten in die formelle Wirtschaft zu integrieren, geht in seine letzten zwei Wochen – begleitet von wachsender Kritik an Verzögerungen bei der Bearbeitung der Unterlagen. Infobae berichtet, dass die Interessengruppe Regularización Ya das Parlament um eine dreimonatige Verlängerung gebeten hat, da Antragsteller oft keinen Termin für die Fingerabdruckaufnahme vor dem Stichtag 30. Juni erhalten können. Arbeitgeber, die langfristige Vertragsarbeiter im Rahmen des Programms beschäftigen, beklagen, dass regionale Polizeistationen Termine über ein Online-Portal zu zufälligen Zeiten freigeben, was eine Personalplanung nahezu unmöglich macht. Einige Bauunternehmen in Madrid geben an, dass nur die Hälfte ihrer migrantischen Arbeitskräfte vollständige Antragsunterlagen einreichen konnte, was die Zeitpläne für Sommerprojekte gefährdet. Das Ministerium für Integration betont, dass bereits 260.000 Anträge vorab genehmigt wurden, doch Anwälte weisen darauf hin, dass die Genehmigung allein keine Arbeitserlaubnis bedeutet; es müssen physische Aufenthaltstitel ausgestellt werden, und Druckereien in mehreren Provinzen melden Rückstände von bis zu sechs Wochen. Solange die Karten nicht abgeholt sind, können neue Mitarbeiter nicht bei der Sozialversicherung angemeldet werden, was Unternehmen Bußgelder wegen Schwarzarbeit aussetzt. Teams für globale Mobilität sollten prüfen, ob lokale Auftragnehmer oder Haushaltshilfen, die Expatriates unterstützen, noch auf Termine warten. Falls ja, könnten Notfallverträge oder Drittanbieter für Arbeitskräfte nötig sein, um Lücken zu schließen. Eine Verlängerung würde zwar Entlastung bringen, ist aber angesichts der politischen Erschöpfung in Migrationsfragen keineswegs sicher.
Quelle: Infobae
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