
Papst Leon XIV beendete seinen viertägigen Besuch in Spanien am 14. Juni mit einer Messe auf Teneriffa, die zugleich ein leidenschaftlicher Appell für eine „gegenseitige Integration“ von Migranten und Aufnahmegesellschaften war. Seine im Fernsehen übertragene Umarmung senegalesischer und venezolanischer Gläubiger sorgte für umfassende Berichterstattung und zwang die spanische Mitte-rechts-Opposition, die Partido Popular, ihre harte Linie in der Debatte um irreguläre Migration zu überdenken. Zwar haben die Worte des Papstes keine rechtliche Bindung, doch Experten sehen darin eine Veränderung der Wahrnehmung der Migrationsdebatte in Spanien zu einem entscheidenden Zeitpunkt – genau in dem Moment, in dem die Regierung über die Umsetzung des EU-Migrationspakts und eine mögliche Verlängerung des aktuellen Regularisierungsfensters nachdenkt. Linke Parteien griffen die Rede des Papstes schnell auf, um humanitäre Visa und Kontingente für Arbeitserlaubnisse in Branchen mit Arbeitskräftemangel, von der Landwirtschaft bis zur Altenpflege, zu fordern. Führungskräfte im Bereich der Unternehmensmobilität sollten beobachten, ob der moralische Druck politische Maßnahmen beschleunigt, die die Beschäftigung von Drittstaatsangehörigen erleichtern würden. Das Landwirtschaftsministerium hat bereits angedeutet, die Kontingente für Saisonarbeiter bei der Ernte 2027 zu verdoppeln – mit Verweis auf demografische Bedürfnisse und den Appell des Papstes nach würdevollen Arbeitswegen. Für global mobile Katholiken – und generell alle Reisenden – zeigte der Besuch zudem Spaniens Fähigkeit, Großveranstaltungen ohne größere logistische Probleme zu bewältigen: Aena wickelte 38 Charterflüge mit Pilgern ab, die durchschnittliche Wartezeit in den Schlangen lag unter 25 Minuten – ein nützlicher Belastungstest vor dem erwarteten Sommerreiseverkehr.
Quelle: El País
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