
In der Aktualisierung der Bearbeitungszeiten vom 3. Juni 2026 gab IRCC bekannt, dass die Verlängerung von Besucherausweisen innerhalb Kanadas nun durchschnittlich 314 Tage dauert – fast doppelt so lange wie die 161 Tage im Januar. Dies ist die längste Wartezeit im Jahr 2026 und steht im starken Gegensatz zu den Verbesserungen bei Inland-Arbeitserlaubnissen und Super-Visa-Anträgen aus Indien. Der wachsende Rückstau birgt erhebliche Risiken für Unternehmen, die ausländische Arbeitnehmer auf kurzfristigen Einsätzen beschäftigen, die während der Wartezeit auf neue Arbeitserlaubnisse oder eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung in den Besucherstatus wechseln. Werden Verlängerungen nicht vor Ablauf des aktuellen Status eingereicht, können die Beschäftigten monatelang ohne gültigen Status sein, was Lohnzahlungen und Krankenversicherung gefährdet. Im Gegensatz dazu sind die Bearbeitungszeiten für Inland-Arbeitserlaubnisse seit Januar um 46 Tage gesunken, und die Bearbeitung von Super-Visa für Eltern und Großeltern in Indien hat sich auf 112 Tage verkürzt – eine Verbesserung um 102 Tage. Diese Entwicklung zeigt, dass IRCC seine Ressourcen zugunsten von Arbeitsmarkt- und Familienzusammenführungsprioritäten umverteilt und freiwillige Besucheranträge ans Ende der Warteschlange stellt. Rechtliche Berater empfehlen daher, Verlängerungsanträge für Besucherausweise mindestens zehn Monate vor Ablauf des aktuellen Status einzureichen und, wenn möglich, den Arbeits- oder Studentenstatus beizubehalten, um Beschäftigungs- oder Studienrechte durch die Regeln zum „impliziten Status“ zu sichern. Arbeitgeber sollten die neuen Zeitpläne in ihre globalen Mobilitätsrichtlinien integrieren, insbesondere für rotierende Mitarbeiter mit begleitenden Ehepartnern, und gegebenenfalls mit Brücken-Arbeitserlaubnissen planen. IRCC hat keinen Zieltermin für den Abbau des Rückstaus bei Besucherverlängerungen genannt, und Experten befürchten, dass die Wartezeit bei gleichbleibendem Antragsaufkommen während der Sommersaison über ein Jahr hinausgehen könnte.
Quelle: Ansari Immigration