
Das Ministerium für Justiz und öffentliche Sicherheit (MJSP) startete am 16. Juni eine landesweite Aufklärungskampagne, die brasilianischen und ausländischen Reisenden helfen soll, frühe Warnzeichen von Menschenhandel beim Verlassen der wichtigsten Flughäfen des Landes zu erkennen. Unter dem Motto „Vai viajar? Fique atento(a)!“ („Reisen? Seien Sie wachsam!“) wurden Informationsmaterialien an den Flughäfen São Paulo/Guarulhos und Rio de Janeiro/Galeão verteilt und sollen während der Sommerreisezeit auf weitere internationale Flughäfen ausgeweitet werden. Die Kampagne wurde von der Nationalen Justizsekretariatsstelle in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei, dem Außenministerium und UN-Organisationen (IOM und UNODC) entwickelt. Sie listet typische Warnsignale auf – etwa unerbetene Jobangebote, Druck, Informationen vor Einwanderungsbeamten zu verbergen, oder von Fremden bezahlte Flugtickets – und rät Reisenden, persönliche Dokumente stets selbst zu verwahren. Mobilitätsmanager in Unternehmen werden aufgefordert, die Hinweise an entsandte Mitarbeiter und Kurzzeit-Geschäftsreisende weiterzugeben, insbesondere an jene, die in Arbeitsmarkt-Hotspots in Nordamerika, Europa und dem Golf reisen. Die Kampagne enthält zudem QR-Codes mit Notfallkontakten und erklärt, wie Opfer Hilfe bei brasilianischen Botschaften im Ausland erhalten können. Laut MJSP-Daten stiegen die Meldungen über Brasilianer, die ins Ausland gelockt und zur Zwangsarbeit gezwungen wurden, im Jahr 2025 um 37 %; die meisten Fälle gingen von den Flughäfen GRU und GIG aus. Durch die Einbindung von Flughafenbetreibern und Fluggesellschaften in die Reaktionskette hofft Brasília, den Erfolg des in Europa eingesetzten „Blue Heart“-Modells zu wiederholen.
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