
Brasiliens Gesundheitsbehörde Anvisa hat am 16. Juni mit der Portaria 715/2026 eine multidisziplinäre Arbeitsgruppe eingesetzt, um das Sicherheitsprofil des Butantan-DV-Dengue-Impfstoffs neu zu bewerten, der häufig an Reisende in Endemiegebiete verabreicht wird. Dieser Schritt erfolgt nach vereinzelten Berichten über schwere Gelenkschmerzen bei erwachsenen Geimpften und fällt mit dem Beginn der Urlaubssaison in die Karibik und den Norden Brasiliens zusammen. Das Team aus Pharmakovigilanz-Experten und externen Klinikern wird Nebenwirkungsmeldungen prüfen und innerhalb von 60 Tagen mögliche Änderungen der Produktinformationen empfehlen. Anvisa betont, dass der Nutzen weiterhin die Risiken überwiegt, weist jedoch darauf hin, dass neue Gegenanzeigen die Ko-Impfpläne gegen Gelbfieber, die für die Einreise in Teile des Amazonasgebiets und Nachbarländer erforderlich sind, beeinflussen könnten. Reiseveranstalter, die bereits Anfragen von Auswanderern und Kreuzfahrtgesellschaften erhalten, werden aufgefordert, die wöchentlichen Berichte der Arbeitsgruppe aufmerksam zu verfolgen. Arbeitgeber, die Mitarbeiter nach Recife und Manaus entsenden, sollten die Versicherung für impfstoffbedingte Komplikationen überprüfen und zusätzliche Arztbesuche einplanen, falls sich die Abstände für Auffrischungsimpfungen ändern. Die Überprüfung unterstreicht Brasiliens Trend zu einer Echtzeit-Überwachung von Impfstoffen nach der COVID-Pandemie und zeigt, dass arbeitsmedizinische Richtlinien flexibel bleiben müssen, während sich die wissenschaftlichen Erkenntnisse weiterentwickeln.
Quelle: Agência Brasil