
In einer Legislativsitzung, die kurz nach Mitternacht am 18. Juni endete, verabschiedete das portugiesische Parlament Änderungen am Ausländergesetz, die die Praxis abschaffen, als Tourist einzureisen und später den Status auf eine Studentenaufenthaltsgenehmigung umzuwandeln. Ab dem 1. September 2026 müssen alle Nicht-EU-Bürger – darunter die 252.000-köpfige brasilianische Diaspora – vor der Reise ein Studienvisum bei einem portugiesischen Konsulat beantragen. Die Regeländerung folgt auf einen Anstieg der sogenannten „Legalisierung durch Einschreibung“, bei der Ausländer, die sich für kurze berufliche Kurse eingeschrieben hatten, bisher ihren Aufenthalt nach der Ankunft legalisieren konnten. Gesetzgeber argumentieren, dass dieses System von irregulären Arbeitsmigranten ausgenutzt wurde. Universitätsrektoren warnen jedoch, dass strengere Prüfungen im Vorfeld legitime Bewerber abschrecken und die Einnahmen aus Studiengebühren verringern könnten. Für brasilianische Studierende bedeutet die Änderung höhere Kosten und längere Vorlaufzeiten. Konsulartermine in São Paulo und Rio de Janeiro sind bereits mit einer sechs Wochen langen Wartezeit belastet, und die Visagebühren (derzeit 120 €) erhöhen die Vorabkosten um etwa 700 R$. Bildungsagenturen raten Bewerbern, Nachweise über finanzielle Mittel, Unterkunftsbestätigungen und polizeiliche Führungszeugnisse deutlich früher als bisher vorzulegen. Arbeitgeber, die Praktikantenprogramme für Absolventen in Portugal sponsern, müssen den Visaprozess nun in ihre Mobilitätspläne integrieren und prüfen, ob bestehende Entsandte ihren Status behalten können oder sich unter dem neuen Regime neu bewerben müssen.