
Die Entscheidung der brasilianischen Regierung, ab dem 11. Mai kurzfristige Visa für chinesische Staatsbürger einseitig abzuschaffen, verändert bereits die Reisebewegungen ins Land. Daten des Tourismusministeriums und der brasilianischen Förderagentur Embratur zeigen, dass im Mai 2026 mit 15.380 chinesischen Besuchern ein Rekordwert erreicht wurde – ein Anstieg von 75 % im Vergleich zum Mai 2025. Verantwortlich für den Anstieg machen die Behörden den vereinfachten Reiseprozess sowie eine hochkarätige Verkaufstour unter Leitung von Tourismusminister Gustavo Feliciano in Shanghai. Dort wurden neue Flugverbindungen, ein Investitionsleitfaden auf Mandarin und gemeinsame Marketingaktionen mit Trip.com vorgestellt. Fluggesellschaften prüfen Berichten zufolge saisonale Charterflüge nach São Paulo und Rio zur Goldenen Woche, während Hotelketten eilig UnionPay und WeChat Pay in ihren brasilianischen Häusern integrieren. Für brasilianische Kongresszentren und Einzelhändler ist die Entwicklung bedeutend: Embratur schätzt, dass jeder chinesische Freizeitreisende im Schnitt 1.900 US-Dollar pro Reise ausgibt – mehr als das Doppelte des Durchschnitts benachbarter südamerikanischer Märkte. Duty-Free-Shops am Flughafen São Paulo-Guarulhos verzeichnen in den ersten drei Juniwochen einen Anstieg der Kosmetik- und Elektronikverkäufe um 42 % über chinesische Kreditkarten. Unternehmen sollten sich auf einen deutlichen Anstieg mandarinsprachiger Delegierter einstellen und die Mitarbeiterschulungen zu kulturellen Gepflogenheiten beschleunigen. Reiseleiter wird zudem empfohlen, die Auslaufklausel des visafreien Dekrets zum 31. Dezember im Blick zu behalten: Sollte es nicht verlängert werden, benötigen chinesische Besucher 2027 wieder ein e-Visum, was bereits geplante Meetings stören könnte.
Quelle: Ministério do Turismo (Brazil)
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