
Arizona Public Media hat Dokumente des Heimatschutzministeriums (DHS) erhalten, die diese Woche stillschweigend veröffentlicht wurden und darauf hinweisen, dass ein geplanter ICE-Haftanstalt in Marana, nordwestlich von Tucson, künftig mehr als 1.300 Personen aufnehmen könnte – deutlich mehr als die zuvor genannten 775 Betten. Die Enthüllung, die erstmals am 18. Juni berichtet wurde, hat den lokalen Widerstand neu entfacht und Fragen zur Angemessenheit des öffentlichen Anhörungsverfahrens aufgeworfen. Die Dokumente tauchten nur wenige Tage vor Ablauf der Frist für Stellungnahmen zum Umwelteinfluss des Projekts auf. Kritiker bemängeln, dass das DHS kaum Vorankündigung gab und so die Beteiligung der Gemeinschaft an einer Einrichtung in einem 100-Jahres-Hochwassergebiet effektiv einschränkte. Die Gemeindeverwaltung zeigt sich überrascht von der höheren Kapazitätszahl und fordert von der Management & Training Corporation, dem privaten Betreiber, der das ehemalige Staatsgefängnisgelände erworben hat, Klarstellungen. ICE hat noch keinen endgültigen Vertrag unterzeichnet, bestätigte jedoch, dass neue Kongressmittel im Rahmen des „One Big Beautiful Bill“ der Behörde ermöglichen, landesweit mehr Haftplätze zu schaffen. Für Personalverantwortliche, die grenzüberschreitende Einsätze über Arizonas Grenzübergänge koordinieren, könnte eine größere Einrichtung erweiterte Durchsetzungsmaßnahmen im Inland und längere Rückführungsstaus bedeuten – mit Auswirkungen auf Familienangehörige von Mitarbeitern ohne legalen Status. Die Bürgerrechtsgruppe Pima Resists ICE bezeichnete die Offenlegung als Beleg für einen „überstürzten Bau um jeden Preis“ und verwies darauf, dass die Todesfälle in ICE-Haft seit 2025 verdoppelt wurden. Umweltorganisationen prüfen rechtliche Schritte und argumentieren, die Behörde habe die Benachrichtigungspflichten für Hochwassergebiete sowie das National Environmental Policy Act nicht eingehalten. Angesichts der nahenden Frist für öffentliche Stellungnahmen könnten Mobilitätsteams von Unternehmen mit Niederlassungen in Süd-Arizona erwägen, sich Branchenverbänden anzuschließen, um eine Fristverlängerung zu beantragen – sowohl zur Wahrung des ordnungsgemäßen Verfahrens als auch zur Bewertung möglicher Auswirkungen auf regionale Talentpools.
Quelle: Arizona Public Media