
PRAG — Das Tschechische Hydrometeorologische Institut hat am 19. Juni eine orangefarbene Warnstufe ausgerufen, nachdem die Temperaturen in Prag und Brünn auf 36 °C gestiegen waren. Am Nachmittag folgten heftige Gewitter mit Hagelkörnern von bis zu 3 cm Durchmesser. Die Fluggesellschaften am Flughafen Václav Havel verhängten während der stärksten Blitzaktivität eine einstündige Start- und Landebahnsperre, wodurch 14 Flüge nach Frankfurt, London und Dubai verspätet wurden. Auch der Bahnverkehr war betroffen: České dráhy meldeten Geschwindigkeitsbeschränkungen auf der Strecke Prag–Ostrau, da Gleissensoren überhitzten, während RegioJet zwei Verbindungen nach Bratislava wegen überfluteter Streckenabschnitte bei Břeclav absagen musste. Auf der Straße kam es auf der D1 bei 34 Grad zu zehn Kilometer langen Staus, nachdem ein geplatzter Reifen einen Lkw-Brand auslöste. Mobilitätsmanager in Unternehmen, die Mitarbeiter zwischen tschechischen Produktionsstätten und regionalen Hauptquartieren transportieren, mussten Passagiere über die Flughäfen Wien und Krakau umleiten. Mehrere Pharma- und Automobilunternehmen beriefen sich auf Notfallklauseln in Lieferverträgen, um Strafgebühren bei verspäteten Lieferungen zu vermeiden. Angesichts von Klimamodellen, die für dieses Jahrzehnt vermehrt „Supertropen“-Tage vorhersagen, wird Reisemanagement-Teams empfohlen, Protokolle für extreme Hitze in ihre Fürsorgepflichtprogramme zu integrieren. Empfohlene Maßnahmen sind unter anderem die Ausgabe von Elektrolytpacks, die Planung von Fabrikbesuchen außerhalb der Zeit von 11:00 bis 16:00 Uhr sowie die Vorbuchung flexibler Bahntickets, die bei Streckensperrungen gegen Buscharter getauscht werden können.
Quelle: Blesk.cz Weather Desk
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