
Der Flughafen Václav Havel Prag reagierte am Montagmorgen schnell, um Fluggesellschaften und Reisende zu beruhigen: Es bestehe „kein unmittelbares Risiko eines Treibstoffmangels“ für die Luftfahrt, nachdem der Branchenverband ACI Europe vor möglichen Engpässen bei Jet-A1-Kraftstoff aufgrund der Spannungen im Nahen Osten im späten Frühjahr gewarnt hatte. Laut einer Flughafenerklärung, die der ČTK vorliegt und von Expats.cz am 13. April 2026 berichtet wurde, waren die Lagertanks am Freitag zu 82 Prozent gefüllt, was etwa 18,5 Millionen Litern entspricht – genug für rund zwölf Tage durchschnittlichen Betriebs. Der Lieferant OMV ergänzte, dass die Raffinerie in Schwechat bei Wien, die den Großteil des tschechischen Jet-Bedarfs deckt, mit normaler Kapazität arbeite. Fluggesellschaften fordern Klarheit, nachdem Frachtversicherer mögliche Störungen bei der Durchfahrt durch die Straße von Hormus angedeutet hatten. Der Prager Flughafen verzeichnet im Sommerfahrplan mehr als 300 Abflüge pro Tag; eine Rationierung würde die Airlines zwingen, Treibstoff von den Abflughäfen heranzuschaffen, was Kosten und möglicherweise Gewichtsbeschränkungen zur Folge hätte. Die Flughafenleitung erklärte, dass Notfallverträge mit polnischen und deutschen Raffinerien innerhalb von 48 Stunden aktiviert werden könnten, falls regionale Pipelines unterbrochen werden. Für Geschäftsreisemanager bedeutet die Mitteilung, dass die Flugpläne für die wichtige Konferenzsaison im April und Mai vorerst unverändert bleiben. Dennoch werden Firmenreisekäufer aufgefordert, die dynamischen Treibstoffzuschlagsklauseln im Auge zu behalten, die seit Januar von mehreren europäischen Airlines – darunter Lufthansa Group und British Airways – an die wöchentlichen Spotpreise für Jet-Treibstoff gekoppelt sind. Reise-Risikoberater empfehlen, bei Verbindungen über kleinere mitteleuropäische Flughäfen wie Brünn, Ostrava oder Dresden Flexibilität einzuplanen, da diese auf Prag als Teil ihrer Treibstofflogistikkette angewiesen sind. Sollte sich die geopolitische Lage verschärfen und die Vorräte knapper werden, wird der Vorrang auf Langstrecken- und Hub-Zubringerflüge gelegt, was Kurzstreckenverbindungen möglicherweise auf wet-leased Flugzeuge mit geringeren Tankkapazitäten verdrängt. Praktisch bedeutet das: Passagiere, die in den nächsten zwei Wochen nach Prag fliegen, sollten keine betrieblichen Einschränkungen spüren, während Buchungen für Ende Mai oder Juni besser mit flexiblen Umbuchungs- oder Erstattungsoptionen erfolgen sollten, bis sich die Versorgungslage klärt.
Quelle: Expats.cz / ČTK