
PRAGUE – Am 19. Juni veröffentlichte das tschechische Innenministerium stillschweigend seinen quartalsweisen Migrationsbericht für Januar bis März 2026. Das 40-seitige Dokument zeigt, dass Ende März 1.124.496 Ausländer legal in Tschechien lebten – ein leichter Rückgang von 0,59 Prozent im Vergleich zu Dezember 2025. Ausländer machen weiterhin 10,3 Prozent der Bevölkerung aus, wobei Ukrainer mehr als die Hälfte stellen. Der Bericht deutet auf eine Stabilisierung des pandemiebedingten Anstiegs bei Arbeitserlaubnissen aus Nicht-EU-Ländern hin. Die Neuausstellung von Employee Cards ist im Jahresvergleich um 6 Prozent gesunken, vor allem weil sich die Arbeitsmarktlage in Industrie und Einzelhandel entspannt hat. Für Arbeitgeber könnte das längere Bearbeitungszeiten bei Quoten für Fachkräfte bedeuten, da die Regierung Ressourcen verstärkt auf die Verlängerung temporärer Schutzstatus konzentriert. Laut Frontex-Daten, die im Bericht zitiert werden, sind die illegalen Grenzübertritte in der EU im Vergleich zum ersten Quartal 2025 um 39 Prozent zurückgegangen. Der Anteil Tschechiens an irregulären Einreisen über die Westbalkan-Route bleibt gering, doch das Ministerium warnt, dass Schleuser angesichts der Abschaffung der österreichischen Grenzkontrollen am 15. Juni verstärkt auf Bahnstrecken ausweichen könnten. Für Mobility-Experten sind zwei Anhänge besonders wichtig: Anhang B legt die neuen Einkommensgrenzen für Blue Card-Verlängerungen fest (nun 66.200 CZK pro Monat), während Anhang C bestätigt, dass Inhaber von Digital Nomad-Visa ab 1. Juli Adressänderungen elektronisch melden können. Unternehmen, die nach den Sommerferien Personalverlegungen planen, sollten ihre Kostenkalkulationen und Onboarding-Checklisten entsprechend anpassen.
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