
Der lange diskutierte Migrations- und Asylpakt der Europäischen Union ist am 12. Juni offiziell in Kraft getreten, was sofortige operative Änderungen im irischen Asylsystem mit sich bringt. Gemäß dem „Grenzverfahren“ des Pakts sollen alle Antragsteller aus Ländern mit einer historischen Anerkennungsquote von unter 20 % innerhalb von 12 Wochen eine Erstentscheidung erhalten – ein radikaler Wandel gegenüber dem bisherigen Verfahren, das oft weit über ein Jahr dauerte. Justizbehörden erklären, dass Irland dank eines im letzten Jahr im Empfangszentrum Citywest gestarteten Pilotprojekts bereits „paktbereit“ sei. Ab dem 20. Juni müssen Sachbearbeiter Antragsteller aus Ländern mit niedriger Anerkennungsquote – etwa Albanien und Georgien – in beschleunigte Anhörungen einteilen, wobei negative Entscheidungen schnell zu Abschiebungen führen. Geschäftsreisende beobachten die Entwicklung genau, da der Pakt auch strengere Haftungsregeln für Beförderer und ein mögliches EU-weites Ein- und Ausreisesystem einführt, die das Passagiermanagement am Flughafen Dublin verändern könnten. Fluggesellschaften mit transatlantischen Flügen und Schengen-Anschlüssen müssen ihre Datenübertragungsprotokolle aktualisieren, um Irland einzubeziehen, obwohl das Land nicht zum Schengen-Raum gehört. Zivilgesellschaftliche Organisationen warnen unterdessen, dass das Schnellverfahren den Zugang zu rechtlicher Beratung einschränken könnte. Nick Henderson vom Irish Refugee Council bezeichnete das neue System als „Schnellbahn-Fabriken“, die gefährdete Menschen abschieben könnten, bevor sie ihre Rechte vollständig verstehen. Unternehmen, die Mitarbeiter im Rahmen von subsidiärem Schutz oder humanitären Klauseln umsiedeln, sollten sich auf kürzere, aber intensivere Antragsfristen einstellen und ihre Beschäftigten entsprechend informieren.
Quelle: LMFM News