
Oppositionsführer Alberto Núñez Feijóo entfachte am 22. Juni die Debatte um die sogenannte „Ley de Nietos“ in Spanien neu. Er warf der sozialistischen Regierung vor, das Auslandswählerverzeichnis zu manipulieren, indem sie massenhaft Nachkommen spanischer Auswanderer die Staatsbürgerschaft gewährt. Ein Rundschreiben des Innenministeriums aus dem Jahr 2024 erweiterte die Anspruchsvoraussetzungen der Demokratischen Erinnerungsgesetzgebung von 2022, sodass Antragsteller die bisherige Exil-Nachweisregel umgehen können, wenn ein Elternteil oder Großelternteil ursprünglich Spanier war. Laut durchgesickerten konsularischen Daten wurden weltweit über 2,5 Millionen Anträge gestellt, davon bereits 545.000 genehmigt – vor allem in Argentinien, Uruguay und Mexiko. Die Partido Popular unter Feijóo befürchtet, dass der Anstieg die knappen Wahlkreise bei den Wahlen 2027 zugunsten der Mitte-Links-Parteien verschieben könnte, da Auslandswähler tendenziell links der Mitte wählen. Die Regierung argumentiert hingegen, die Maßnahme diene der Korrektur historischer Ungerechtigkeiten und der Stärkung kultureller Bindungen zur Diaspora. Konsularabteilungen haben temporäres Personal eingestellt und eine Online-Terminplattform eingeführt, doch die Bearbeitungszeiten in Buenos Aires betragen bis zu 18 Monate. Multinationale Unternehmen sehen darin eine andere Chance: Doppelstaatsbürger stoßen in der EU auf weniger Hürden am Arbeitsmarkt und können ohne Arbeitserlaubnis innerhalb des Unternehmens versetzt werden. Global-Mobility-Teams sollten daher beobachten, ob wichtige Mitarbeiter aus Drittstaaten durch Abstammung anspruchsberechtigt werden – was einen schnelleren und kostengünstigeren Weg zur Schengen-Mobilität eröffnet.
Quelle: Moncloa.com