
Das außergewöhnliche Legalisierungsprogramm Spaniens für 2024–2026 geht in die Schlussphase, und Katalonien erweist sich als Zentrum der Nachfrage. Der Regierungsdelegierte Carlos Prieto bestätigte am 22. Juni, dass in der Region bereits mehr als 150.000 Ausländer Anträge auf Aufenthalts- und Arbeitserlaubnisse gestellt haben, landesweit liegt die Zahl nun über 900.000. Das bis zum 30. Juni offene Programm ermöglicht es Personen, die mindestens zwei Jahre in Spanien gelebt und sich in den Arbeitsmarkt integriert haben, ihren irregulären Status zu legalisieren und in das Sozialversicherungssystem einzutreten. Die Ministerien für Inneres und Integration haben das Programm ins Leben gerufen, um Schwarzarbeit zu reduzieren, den Arbeitskräftemangel in Gastronomie, Landwirtschaft und Pflege zu lindern und Unternehmen bei der Beschäftigung von Migranten rechtliche Sicherheit zu geben. Um der Nachfrage gerecht zu werden, hat die Regierung temporäres Personal in die Ausländerbehörden entsandt und ein digitales Schnellverfahren eingeführt; allein das Ausländerbüro in Barcelona hat seit April über 42.000 Anträge bearbeitet. Arbeitgeberverbände begrüßen die Initiative, da regulierte Arbeitskräfte nun legal im ganzen Land eingesetzt werden können, während Gewerkschaften darauf bestehen, dass die Erteilung der Genehmigungen von einer konsequenten Bekämpfung missbräuchlicher Arbeitsverträge begleitet wird. Kommunen wie L’Hospitalet testen eine automatische Terminvergabe-Plattform, die später landesweit eingeführt werden könnte, um die Polizeistationen, die Ausländer-Identitätskarten (TIE) ausstellen, zu entlasten. Für internationale Personalabteilungen ist die Botschaft klar: Spanien erweitert seinen legal verfügbaren Talentpool erheblich. Unternehmen, die bisher zögerten, Mitarbeiter ohne Papiere einzustellen, haben jetzt eine Chance – allerdings nur, wenn sie schnell handeln und die erforderlichen Arbeitsangebote vor dem 30. Juni einreichen. Danach droht eine Rückstufung der Fälle in die regulären, langsameren Einwanderungsverfahren.
Quelle: El País