
Präsident Luiz Inácio Lula da Silva hat eine dringende humanitäre Mission nach Venezuela genehmigt, nachdem am 24. Juni Erdbeben der Stärke 7,2 und 7,5 das zentrale Landeskorridor erschüttert haben. Am Morgen des 26. Juni soll ein KC-390-Flugzeug von São Paulo-Guarulhos starten und 44 Rettungsspezialisten, Suchhunde, ein mobiles Telekommunikationslabor sowie 20 Tonnen Ausrüstung transportieren. Die Mission – koordiniert von der brasilianischen Kooperationsagentur (ABC) des Außenministeriums und dem Nationalen Sekretariat für Zivilschutz – umfasst Feuerwehrleute aus Minas Gerais, São Paulo und Paraná sowie Spektrumanalyse-Ingenieure von Anatel, die versuchen werden, Mobilfunksignale unter Trümmern zu orten. Ein zweiter Flug am 27. Juni bringt ein Feldlazarett, Medikamente und 100 solarbetriebene Wasserfilter mit, die täglich bis zu 5.000 Liter sauberes Wasser produzieren können. Für Fachleute im Bereich Mobilität ist die Mission ein Lehrbeispiel für schnelle grenzüberschreitende Einsätze. Das Team wird visafrei nach Venezuela einreisen, basierend auf dem Abkommen zwischen Brasilien und Venezuela von 2013 zur gegenseitigen Katastrophenhilfe, das für offiziell akkreditiertes Personal eine Arbeitserlaubnis bis zu 90 Tagen überflüssig macht. Unternehmen mit Notfall-Teams sollten ihre bilateralen Abkommen prüfen, um ähnliche Flexibilität sicherzustellen. Das Erdbeben beschädigte den internationalen Flughafen Maiquetía in Caracas, weshalb kommerzielle Flüge nach Valencia und Maracaibo umgeleitet werden. Reiseanbieter mit Personal in der Region leiten Flüge über Bogotá und Boa Vista um. Brasilianische Versicherer warnen, dass Schadensansprüche abgelehnt werden könnten, wenn Mitarbeiter ohne schriftliche Genehmigung während des venezolanischen Ausnahmezustands reisen. Das Außenministerium rät brasilianischen Staatsbürgern, nicht dringende Reisen zu verschieben und ihre Reisedaten über die App „Brasileiros no Mundo“ zu registrieren. Blickt man voraus, könnte die Operation die Wiederbelebung des bislang ruhenden Anerkennungsprotokolls für ausländische Katastrophenexperten in Brasilien anstoßen, das ursprünglich für das Erdbeben in Nepal 2015 entworfen, aber nie umgesetzt wurde. Experten erwarten, dass das Justizministerium noch in diesem Jahr die Beratungen zu beschleunigten Visa für humanitäre Fachkräfte wieder aufnimmt.
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