
Trotz der schweren Erdbeben, die Venezuela am 24. Juni erschütterten, meldete Brasiliens Operação Acolhida – die interbehördliche Taskforce, die die nördliche Grenze verwaltet – am 27. Juni, dass die täglichen Grenzübertritte stabil bei 100 bis 200 Personen bleiben. Laut dem Ministerium für Entwicklung und Hilfe zeigen die Überwachungssysteme in Pacaraima und Boa Vista „keine außergewöhnliche Nachfrage nach Unterkünften oder Dokumentationsdiensten“. UNHCR-Feldmitarbeiter bestätigen, dass das Epizentrum in La Guaira mehr als 1.400 km von der brasilianischen Grenze entfernt liegt, was eine unmittelbare Fluchtbewegung nach Brasilien begrenzt. Dennoch wurden Notunterkünfte und Vorräte vorbereitet, falls die Migration nach der Wiederherstellung der Verkehrsverbindungen innerhalb Venezuelas an Fahrt gewinnt. Für Arbeitgeber, die vom speziellen Arbeitsgenehmigungskanal der Operação Acolhida profitieren, bedeutet der aktuelle Stand, dass sich die Bearbeitungszeiten für Arbeitserlaubnisse nicht ändern. Unternehmen, die eine groß angelegte Anwerbung venezolanischer Staatsangehöriger planen, sollten jedoch mögliche Verzögerungen einkalkulieren, falls sich eine späte Migrationswelle abzeichnet. Einwanderungsberater weisen zudem darauf hin, dass ein zukünftiger Anstieg unter dem im Januar 2026 eingeführten einheitlichen humanitären Visumsystem Brasiliens erfolgen würde, das länderspezifische Quoten durch einen einheitlichen Rahmen ersetzt. Unternehmen sollten sich daher mit dem neuen elektronischen Antragsverfahren auf MigranteWeb vertraut machen, um bürokratische Engpässe zu vermeiden.
Quelle: Diário Local