
Indische Freizeit- und Kurzzeit-Geschäftsreisende, die in die USA reisen möchten, sehen sich mit den längsten Wartezeiten für Termine konfrontiert, seit der Rückstau aus der Pandemie im letzten Jahr abgearbeitet wurde. Neue Daten des US-Außenministeriums vom 18. Juni, ausgewertet von Business Standard, zeigen, dass Termine für B-1/B-2-Visa mit Interviewpflicht in Hyderabad und Mumbai im Durchschnitt 9,5 Monate betragen, in Neu-Delhi 7,5 Monate. Nur Kolkata verzeichnet eine Verbesserung und liegt nun bei vier Monaten. Das bedeutet, dass Antragsteller, die heute in Hyderabad oder Mumbai starten, im Durchschnitt erst Mitte April 2027 einen Interviewtermin erhalten würden. Reisebüros führen den Anstieg auf die Sommerreisezeit, Kapazitätsengpässe in den Konsulaten, die noch Personal für die Studentenvize-Saison abstellen, sowie auf eine Zunahme von Ersttouristen nach zwei Jahren starker Nachholnachfrage zurück. Im Gegensatz dazu sind Termine für Studentenvisa (F/M/J) und arbeitsbezogene Petitionsvisa (H-1B, L-1, O-1 etc.) mit 1,5 bis 3,5 Monaten deutlich schneller, was die Priorisierung von Bildung und Fachkräfte-Mobilität widerspiegelt. Das Außenministerium hat eine sechsmonatige Pilotphase für einen Premium-Terminservice angekündigt, der ab 1. Juli weltweit einigen B-1/B-2-Antragstellern gegen eine Gebühr von 750 US-Dollar einen Interviewtermin innerhalb von 10 Werktagen ermöglicht; ob indische Konsulate daran teilnehmen, ist noch unklar. Für indische Unternehmen, die Mitarbeiter zu kurzen Kundenbesuchen oder Konferenzen entsenden, bedeuten die langen Wartezeiten höhere Planungskosten, verpasste Geschäftschancen und in manchen Fällen die Verlagerung von Meetings in Drittstaaten wie Dubai oder Singapur. Reiseverantwortliche raten Führungskräften, Termine mindestens ein Jahr im Voraus zu sichern und die Möglichkeit einer Interviewbefreiung („Drop-Box“) zu prüfen, die den Prozess um Monate verkürzen kann. US-Beamte weisen darauf hin, dass die veröffentlichten Wartezeiten Durchschnittswerte sind und gelegentlich zusätzliche Termine freigegeben werden. Einwanderungsanwälte warnen jedoch, dass die Entwicklung zeigt, wie schnell Nicht-Prioritätskategorien blockieren können. Sie empfehlen Geschäftsreisenden, die Terminportale täglich zu beobachten und regionale Konsulate (z. B. Kolkata oder Chennai) in Betracht zu ziehen, wenn sie für einen früheren Termin reisen können.
Quelle: Business Standard
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