
In Wellington entbrannte am 27. Juni 2026 ein politischer Streit, als Neuseelands Außenminister Winston Peters die von seiner eigenen Koalitionsregierung vorgenommene „plötzliche Kursänderung“ bei den Einwanderungsbestimmungen im Zusammenhang mit dem kürzlich abgeschlossenen Freihandelsabkommen (FTA) zwischen Neuseeland und Indien öffentlich kritisierte. In einem scharf formulierten Beitrag auf X erklärte Peters, dass die von Immigration New Zealand verbreiteten Entwurfsregelungen einen Arbeitsmarkttest, ein Verbot von Anträgen innerhalb des Landes sowie strengere Familienzusammenführungsregeln für indische Staatsbürger vorsehen – Bedingungen, die für Staatsangehörige aus China, Thailand, Südkorea und anderen FTA-Partnern nicht gelten. Beamte hätten die Minister gewarnt, dass die „Ausgrenzung Indiens“ rechtliche Herausforderungen oder Vergeltungsmaßnahmen aus Neu-Delhi auslösen und Neuseelands Ruf als offene Wirtschaft gefährden könnte. Die durchgesickerten Regelungen scheinen die im vergangenen Jahr ausgehandelten Mobilitätszugeständnisse rückgängig zu machen, nach denen indische Fachkräfte vereinfachte temporäre Arbeitsvisa mit der Möglichkeit einer Aufenthaltsgenehmigung nach drei Jahren erhalten sollten. Indische IT- und Bauunternehmen, die ihre Personalplanung auf der ursprünglichen Fassung basierten, warnen, dass die vorgeschlagenen Änderungen das Compliance-Risiko „dramatisch erhöhen“ und Investitionen eher nach Australien oder Kanada lenken könnten. Für indische Firmen, die bereits Kurzzeiteinsätze in Neuseeland durchführen, ist das geplante Verbot von Statusänderungen im Land besonders problematisch: Mitarbeiter müssten Neuseeland verlassen, um eine Verlängerung zu beantragen, was mindestens drei Wochen Ausfallzeit und zusätzliche Reisekosten bedeutet. Handelsverhandler in Neu-Delhi teilten Global Mobility News mit, dass Delhi das Thema bei der nächsten gemeinsamen Ausschusssitzung im Juli ansprechen werde. Experten warnen, dass indische Exporteure die endgültige Ratifizierung des Dienstleistungsanhangs des FTA – einer Klausel, die auch die gegenseitige Anerkennung von Qualifikationen und die Sozialversicherungszusammenlegung umfasst – zurückhalten könnten, falls die Regeln unverändert in Kraft treten.
Quelle: The Tribune
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