
Um einen landesweiten Anstieg von Hepatitis A – mit 3.400 bestätigten Fällen in der ersten Jahreshälfte – einzudämmen, hat das brasilianische Gesundheitsministerium am 3. Juli eine Verordnung veröffentlicht, die ab dem 1. August 2026 die Impfung für alle ausländischen Reisenden zur Pflicht macht. Der Nachweis einer Einzeldosis-Impfung (oder ein serologischer Immunitätsnachweis) muss mindestens 14 Tage vor der Ankunft datiert sein und zusammen mit dem Reisepass vorgelegt werden. Kinder unter 12 Monaten sowie Reisende mit ärztlich bescheinigten Kontraindikationen können eine Ausnahmegenehmigung beantragen, doch auch Kreuzfahrtpassagiere, die nur kurz an Land gehen, müssen die Regelung einhalten. Fluggesellschaften wurden angewiesen, die Impfbescheinigung bereits beim Boarding zu überprüfen, ähnlich wie bei den Gelbfieber-Protokollen. Die neue Regelung geht über die bisherigen Empfehlungen hinaus, die die Impfung lediglich für Langzeitbesucher empfohlen hatten. Unternehmen, die Personal nach Brasilien entsenden – etwa auf Öl- und Gasplattformen, in IT-Projekten oder bei Sportveranstaltungen – müssen ihre Reise- und Gesundheitschecklisten aktualisieren. Multinationale Personalabteilungen raten ihren Mitarbeitern, die Impfung im Rahmen der Routineuntersuchungen einzuplanen, da kurzfristige Impfstellen am Flughafen zwar verfügbar, aber mit zusätzlichem Zeit- und Kostenaufwand verbunden sind. Die Nachbarländer Argentinien und Chile führten vergleichbare Vorschriften bereits 2025 ein, und die Weltgesundheitsorganisation begrüßt Brasiliens Schritt, da sich die Ausbrüche häufig auf Lebensmittelhygiene in touristischen Zentren zurückführen lassen. Die Behörden werden die Impfpflicht im Januar 2027 überprüfen; eine vorzeitige Aufhebung ist möglich, wenn die Fallzahl unter 0,5 Fälle pro 100.000 Einwohner sinkt. Reisende, die in den letzten 20 Jahren geimpft wurden, benötigen keine Auffrischung. Digitale Nomaden, die mit dem VITEM XIV-Visum für Fernarbeit einreisen, sollten ihr Internationales Impfzertifikat als PDF im MigranteWeb-Portal hochladen, um Verzögerungen bei der Umwandlung in einen Aufenthaltsstatus zu vermeiden.
Quelle: Atlas Guide / Reuters