
Das vierteljährliche Migrationsbulletin des Innenministeriums, veröffentlicht vor dem Sommerreiseverkehr, zeigt, dass zum 31. März 2026 insgesamt 1.124.496 Ausländer legal in Tschechien lebten – das entspricht 10,3 % der Gesamtbevölkerung. Mehr als die Hälfte davon sind Ukrainer, was auf das bis 2027 verlängerte Schutzprogramm für Geflüchtete zurückzuführen ist. Der Bericht verzeichnet einen leichten Rückgang von 0,6 % im Vergleich zum Jahresende 2025, da einige kriegsbedingt geflüchtete Ukrainer in ihre Heimat zurückkehrten oder in andere EU-Staaten weiterzogen. Gleichzeitig sank die irreguläre Migration über die EU-Außengrenzen laut Frontex im Jahresvergleich um 39 %, was den Druck auf die tschechischen Transitwege verringert. Warum das für Unternehmen wichtig ist: Die Daten bestätigen, dass der tschechische Arbeitsmarkt strukturell auf Migranten angewiesen bleibt; ohne die ukrainischen Zuwanderer wäre der Ausländeranteil stagniert. Arbeitgeber, die Talente mit Blue- oder Employee-Card suchen, müssen weiterhin mit administrativen Kontingenten rechnen, insbesondere für Nicht-Ukrainer, bis die EU-weite Migrationsreform abgeschlossen ist. Das Ministerium plant, 2027 weitere Prozesse zur Aufenthaltserlaubnis zu digitalisieren, darunter die Online-Terminvergabe – ein langjähriger Engpass für Personalabteilungen.