
Das brandneue Ein- und Ausreisesystem (EES) Europas ist erst drei Monate alt, doch die Luftfahrtbranche schlägt bereits Alarm. In einem offenen Brief vom 4. Juli, der am 6. Juli von der Fachseite The Traveler aufgegriffen wurde, warnten der Airports Council International Europe, die IATA und Airlines for Europe, dass die Erfassung von Fingerabdrücken und Gesichtsscans die Wartezeiten bei der Ankunft für Nicht-EU-Bürger um bis zu drei Stunden verlängert. Davon betroffen sind auch die 2,1 Millionen Brasilianer, die in diesem Jahr voraussichtlich den Schengen-Raum besuchen werden. Lissabon und Paris – beide wichtige Drehkreuze für Flüge aus São Paulo und Rio – haben nach Überfüllungen Ende Juni die Zahl der automatischen Kontrollkioske reduziert. Frankfurt empfiehlt Passagieren, mindestens 90 Minuten zwischen Landung und Anschlussflug innerhalb der EU einzuplanen, statt wie bisher 45 Minuten. Mehrere Fluggesellschaften passen ihre Buchungssysteme proaktiv an und verlängern die Mindestanschlusszeiten für Brasilien-Europa-Verbindungen. Für brasilianische Geschäftsreisende könnten die neuen Kontrollen enge Tagespläne gefährden. Verpasste Anschlusszüge oder Regionalflüge können zu zusätzlichen Hotelübernachtungen und Umbuchungsgebühren führen. Relocation-Manager sollten Arbeitserlaubnis-Inhabern raten, gedruckte Einladungsschreiben mitzuführen: Bei erstmaliger biometrischer Erfassung kommt es oft zu manuellen Dokumentenprüfungen, und Berichte deuten darauf hin, dass Reisende mit nur digitalen Kopien mit Nachkontrollen rechnen müssen. Flughäfen und Airlines drängen Brüssel auf ein „Sommer-Notventil“, das es den Mitgliedstaaten erlaubt, EES-Anmeldungen bei Überlastung auszusetzen. Ob die Europäische Kommission dem zustimmt, bleibt abzuwarten. Bis dahin können Mobility-Teams Risiken minimieren, indem sie für enge Anschlusszeiten Nicht-Schengen-Drehkreuze wie London oder Istanbul wählen, durchgehende Tickets statt Selbstverbindungen buchen und Ankunftszeiten großzügig planen. Wichtig: Das EES ändert nichts an der visafreien Kurzzeit-Einreise Brasiliens in den Schengen-Raum. Das System erleichtert jedoch die Kontrolle von Überziehungen, weshalb Brasilianer, die 90-tägige Touristen- und Geschäftsaufenthalte kombinieren, keine Fehler im Kalender zulassen dürfen.
Quelle: The Traveler
Wie VisaHQ helfen kann
VisaHQ vereinfacht die Visumbeantragung für Privatpersonen und Unternehmen. Prüfen Sie die aktuellen Reisebestimmungen, bereiten Sie die erforderlichen Unterlagen vor und verwalten Sie Ihren Antrag online über das VisaHQ-Portal für Brasilien.Mehr von Brasilien
Alle anzeigen
Aktualisierter Leitfaden zum eVisum für Brasilien betont strengere Fotoanforderungen vor dem Start im Oktober für USA, Kanada und Australien
Brasilien verstärkt Luftbrücke nach erdbebenbetroffenem Venezuela und schickt 12,5 Tonnen medizinische Hilfsgüter sowie 174 Spezialisten